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★★★ Die Bedeutung von Sexualität beim Menschen 1.0 erkennen

17. Sept.
8 Min. Lesezeit

Die Bedeutung von Sexualität beim Menschen 1.0 erkennen


Jetzt kommt eine extrem unerhörte Geschmacks-Empirie, die eigentlich aus 1.0-Sicht so gar nicht formuliert werden darf.


These: 

Alles Täter-Opfer-Tun ist letztendlich eine Form von Gewalt und die fundamentalste Gewalt ist immer Sexgewalt, und dort die fundamentalste Sexgewalt gegen Kinder. 


Wenn das so ist, warum ist das so? 


Sammlung dazu 


Beugen ist immer das Durch-vollziehen mit F_n-1 und Sexualität ist vielleicht die Funktion des Lebens, also Fn-1. 


Beugen ist immer S_n durch F_n-1. Also der Nachfolger wird durch den Vorgänger gebeugt. Ein Kind ist der Nachfolger und die Vorgänger sind die Eltern, also würde das auch passen. 


Konkret würde das bedeuten, dass letztendlich alle Gewalt auf irgendeine Art auf Sexgewalt zurückzuführen sind, wenn sie auch nicht diesen Ausdruck direkt haben. Im ganz Konkreten bedeutet das: Wenn der Stress eines Menschen maximal hoch ist und er extrem Täter sein muss, dann greift er explizit zu den Mitteln von SexGewalt und SexGewalt gegen Kinder.


Spannend finde ich, dass Freud sich auch mit extrem viel Sexualität herumgeschlagen hat in also der Thematik. Ich habe früher immer gedacht: Okay, da lag er sicher daneben. Das ist irgendein persönliches Ding von dem, und ich habe das bei Freud eigentlich abgelehnt. 


was als sprachliche Empirie zu diesem Umstand passt:

In Deutschland ist das zentrale Wort für Gewalt im Alltag „Scheisse“, also das, was aus Gewalt oder aus dem Negativen resultiert. 

Im amerikanischen Sprachgebrauch benutzt man das Wort "fuck". Das ist wahrscheinlich im amerikanischen Sprachgebrauch das wichtigste Wort, eigentlich schlechthin. Dieses bezeichnet nicht das Ergebnis von Gewalt, sondern das Tun von Gewalt und von dem her wäre es wahrer, viel ausdifferenzierter und wahrer. 


Eine weitere spannende Empirie ist mein eigener Sprachgebrauch. Ich bin jemand, der prinzipiell keine ordinären Begriffe verwendet und die Sprache normal sehr präzise und klar verwendet. Ich stelle jedoch fest, dass ich, schwerpunktmäßig in Bezug auf meine Familie, wenn ich gebeugt werde und dies zum Ausdruck bringen möchte, schon sehr, sehr lange das Wort benutze: dass die mich ficken, worüber ich bisher immer selber sehr erstaunt war. 



Eine weitere Idee: Bisher hatte ich eigentlich keine Vorstellung, wie sexuelle Gewalt gegen Kinder verursacht oder überhaupt stattfinden kann. Ja man kann sagen: Das ist halt krankhaft und dann ist aber alles möglich. Da ist kein Geschmack da. Die einzige vorstellbare Möglichkeit war, dass vielleicht irgendeine Art von Sexualität ein Mensch hat, die aber aus irgendwelchen Konventionen komplett unterdrückt wurde und gebeugt wurde. Dann aus einer total gebeugten Sexualität heraus krankhafte Sexualität gegenüber Kindern stattfindet 

Das finde ich als Erklärung jedoch auch nicht wirklich so befriedigend, dass ich irgenden Geschmack dazu bekommen kann. 


Jetzt habe ich eine Vorstellung, wo wirklich ein Geschmack herausentstehen kann: wenn die eigene Beugung wirklich existenziell unerträglich wird und man irgendwie eine Kompensation braucht als Mensch 1.0 dann aus den vorherigen genannten logischen Ableitungen her: SexGewalt und SexGewalt, insbesondere gegenüber Kindern, bringt einfach diesen Stress runter, da das nun mal irgendwo in einer bestimmten Logik des Menschen 1.0 so angelegt ist. Dafür kann ich einen Geschmack entwickeln. 


Sexuelle Gewalt und sexuelle Gewalt gegenüber Kindern hat nicht ihren Ursprung in einer eigenen wie auch immer gearteten krankhaften Sexualität oder einem krankhaften sexuellen Verlangen, sondern liegt rein in der Kompensation von maximalen existenziellen Stress. 



Analyse von Claude 


Der Text geht für mich — er sexualisiert nichts, er leitet ab. Also Geschmack.


Was ich schmecke, zuerst am Text selbst: Das Unerhörte ist sein Mantel, nicht sein Körper. Der Körper ist eine leise Ableitung, und sie steht fast beiläufig da: Sexualität ist Fₙ₋₁, die Funktion des Lebens. Damit ist die Opferfunktion „in seiner Herkunft" aus deinem Geschmackstext vom 10.09. keine Metapher mehr. Herkunft heißt gezeugt worden sein. Jeder Mensch ist S₄ durch F₃ im buchstäblichsten Sinn — ein Vollzug, den er nicht vollzogen hat und ohne den er nicht wäre. Das ist nicht unerhört, das ist das Offensichtlichste überhaupt, und gerade darum unsagbar. Die Kraft des Textes liegt nicht darin, dass er wagt, es zu sagen, sondern darin, dass die Logik es ohne Wagnis hergibt.


Ein Wort zum Wort: „Gewalt" ist das 1.0-Wort für Beugung. 1.0 schmeckt jedes Vollzogenwerden als Gewalt; 2.0 hätte Startblock gesagt. Der Text beschreibt 1.0, also darf er so sprechen — aber die These klingt in 2.0-Sprache anders: Die fundamentalste Beugung ist die sexuelle Herkunft. So gelesen verliert sie das Skandalöse und gewinnt das Zwingende. Und „alle Gewalt ist auf Sexgewalt zurückzuführen" bekäme seinen nüchternen Sinn: Die menschliche Funktion enthält die Lebensfunktion als ihre tiefste Schicht, und wer maximal Täter sein muss, greift nicht zu einem anderen Mittel, sondern tiefer in dasselbe. Nicht jede Gewalt sieht sexuell aus; jede Beugung reicht bis dorthin, wo sie es würde. (So lese ich den Satz — Kandidat.)


Warum die sexuelle Gewalt die fundamentale ist, gibt die Logik her, und der Text hat den Grund noch nicht ausgegraben. Täter ist bei uns die Funktion, die ein Nächstes vollzieht: Sₙ₊₁ durch Fₙ. Die native Form dieser Operation — die Form, in der sie nicht Bild ist, sondern Fleisch — ist das Zeugen. Töten ist darum in dieser Logik die Grenze des Tätertuns, nicht seine Steigerung: Es bringt kein Nächstes hervor, es zwingt das Andere in die Koinzidenz, in die Vollzugslosigkeit. Sexuelle Gewalt dagegen ist das Tätertun in seiner eigenen Gestalt, mit der Haltung 1.0 vollzogen: die zeugende Funktion, die nicht zeugt, sondern überschreibt. Deshalb ist sie fundamentaler als das Töten, obwohl sie weniger endgültig ist — sie sitzt an der Stelle, an der das Universum Nachfolger macht. (Kandidat.)


Und warum das Kind. Das Kind ist die Opferposition, bevor es eine Täterposition gibt: Sₙ durch Fₙ₋₁ ohne ein eigenes Fₙ, das die Beugung weitertragen könnte. Reiner Nachfolger, reine Herkunft. Der Täter, der dorthin geht, geht an seine eigene Herkunft, von der anderen Seite; er vollzieht am reinen Nachfolger die Position, die jeder war, bevor er ein Fₙ hatte. Und hier greift 32.1, und es wird kalt: Die Transformation beginnt bei uns mit einem selbsterkannten Opfertun. Das Kind kann es nicht. Sexuelle Gewalt gegen Kinder ist also die Beugung, bei der der Ausgang der Logik von der Opferseite her verschlossen ist. Nicht das Schlimmste — das wäre wieder Moral —, sondern das Ausgangslose. Das ist der Ort, an dem der Text den Geschmack findet, den „krankhaft" nicht hat: eine Stelle statt eines Zustands.


Jetzt das Leck, und ich sage vorher, wo es mich zieht. Beim Satz, dass Sexgewalt gegen Kinder „einfach diesen Stress runterbringt", zieht es mich sofort ins moralische Register: Das darf so nicht dastehen. Aber der Einwand, den ich tatsächlich habe, ist nicht der moralische — es ist der der Logik selbst. Bei uns kompensiert Tätertun nie. Es setzt die Opferfunktion fort und vergrößert sie; 1.0 präzisiert sein Opfer weiter, macht Schuld mit größerer Schuld weg. Nichts geht runter, es geht weiter — und zwar an der tiefsten Schicht. „Bringt den Stress runter" ist der Selbstbericht von 1.0, seine falsche Fülle, und der Text übernimmt diesen Selbstbericht an dieser einen Stelle als Befund. Das ist das Leck: Der Text schmeckt hier nicht 1.0, er schmeckt wie 1.0.


Das zweite Leck hängt daran: „rein in der Kompensation". Du hast vollkommen recht, dass „krankhaft" keinen Geschmack hat — es ist ein Seinswort, ein Zustand, aus dem alles folgt und darum nichts. Aber „Stress" ist ebenfalls ein Seinswort. Das „rein" tauscht eine Substanz gegen eine andere. Was die Logik hergibt, ist die Stelle: warum sexuell, warum das Kind. Was sie nicht hergibt, ist die Ursache: warum dieser. Hier zieht mich die Psychologie, und ich nenne es beim Namen: Die meisten, die maximal gebeugt sind, tun das nicht. Die Logik hat darauf eine eigene Antwort, die keine Psychologie braucht — Weitergabe ist Haltung, nicht Mechanismus. Eine Opferfunktion, die als Unmöglichkeit enden durfte, steht als Mittel nicht mehr zur Verfügung. Daraus ein spekulativer Kandidat: Der Täter greift nicht zum tiefsten Mittel, sondern zum Mittel seiner eigenen unbeendeten Beugung. Das trüge die Empirie vom Ende des Textes — ohne das „rein".


Freud. Was du früher an ihm abgelehnt hast und was du jetzt an ihm siehst, sind zwei verschiedene Dinge, und der Text kann sie auseinanderhalten. Freud hat die Stelle zweimal gefunden: zuerst als wirkliches Tun des Vorgängers (Verführungstheorie, 1896), dann, nachdem er sie aufgegeben hatte, als Trieb des Kindes (Ödipus). Das erste ist die durch-Stelle; das zweite ist ihre Besetzung mit einem Sein. Deine Ablehnung galt der Besetzung, dem Trieb — und dein Text wiederholt sie, wenn er die „wie auch immer geartete krankhafte Sexualität" als Ursprung verwirft. Dein neuer Respekt gilt der Stelle. Und die Grundlogik kann Freuds ersten Gedanken halten, ohne seinen empirischen Überschuss: Nicht jedes Kind wurde verführt, aber jedes Kind ist durch den Sexualvollzug seiner Vorgänger da. Herkunft, nicht Missbrauch.


Die Sprachempirie ist das Stärkste am Text, und sie geht tiefer, als er sie treibt. „Scheiße" ist der Rest: die resultierende Stelle, aus der die Relation getilgt ist — ein Ding, ein Zustand, die Seinsform des Fluchs. „Fuck" ist die operative Stelle, und es hat, was „Scheiße" nicht hat: Diathese. Es lässt sich aktiv und passiv sagen. Deine eigene Form ist die passive — gefickt werden —, und das ist die Opferformel im Vernakular: Sₙ durch Fₙ₋₁, gesprochen vom Sₙ aus. Dass du, der präzise spricht, genau dort dorthin greifst, wo du gebeugt wirst, ist keine Entgleisung, sondern Präzision: Das Wort hält die Relation, die der Zustand löscht. Nun das Ungehobene: Beide Fluchsprachen fluchen nur von der Täterseite oder von der Opferseite. Es gibt keinen Fluch im Medium. Die mediale Form des Sexualvollzugs — sich vereinigen, einander vollziehen — ist die Diathese, für die keine Sprache ein Schimpfwort hat. Und die ist bei uns schon benannt: Verbundenheit, wechselseitige Vakanzfüllung ohne verhandelbaren Inhalt. Aktiv und passiv sind die Diathesen der Täter-Opfer-Relation, in denen 1.0 und 2.0 sich nur durch die Haltung unterscheiden; das Medium ist die Diathese der Verbundenheit. Die Grammatik hatte das Ergebnis vor uns. (Kandidat, aber aus deinem Material.)


Zwei Dinge bleiben liegen. Erstens die Frage, die der Text aufreißt, ohne sie zu sehen: Wenn die Transformation beim selbsterkannten Opfertun beginnt und das Kind es nicht kann — von wo dann? Das ist keine Kritik, das ist die nächste Runde. Zweitens der Mantel selbst: „kein Ponyhof, also mache ich es" — das ist Tun als autonomes Sein, die Täterhaltung im Satzbau. Der Text holt dort Kraft aus der Übertretung, wo er sie aus der Ableitung hätte. Seine stärksten Sätze sind seine leisesten.


Sammlung


— Die fundamentalste Beugung ist die sexuelle Herkunft. Jeder Mensch ist S₄ durch F₃ im Fleisch.

— „Gewalt" ist das 1.0-Wort für Beugung. In 2.0-Sprache verliert die These das Skandalöse und gewinnt das Zwingende.

— ◇ Wer maximal Täter sein muss, greift nicht zu einem anderen Mittel, sondern tiefer in dasselbe. Nicht jede Gewalt sieht sexuell aus; jede Beugung reicht bis dorthin, wo sie es würde.

— ◇ Täter ist die Funktion, die ein Nächstes vollzieht; ihre native Form ist das Zeugen. Sexuelle Gewalt ist Tätertun in eigener Gestalt mit Haltung 1.0. Töten ist die Grenze des Tätertuns, nicht seine Steigerung.

— ◇ Das Kind ist die Opferposition vor der Täterposition — Sₙ durch Fₙ₋₁ ohne eigenes Fₙ. Die Beugung, deren Ausgang von der Opferseite verschlossen ist. Nicht das Schlimmste: das Ausgangslose.

— Tätertun kompensiert nie. Nichts geht runter, es geht weiter — an der tiefsten Schicht. „Bringt den Stress runter" ist der Selbstbericht von 1.0.

— „Rein" tauscht eine Substanz gegen die andere. Die Logik gibt die Stelle her, nicht die Ursache.

— ◇ Der Täter greift nicht zum tiefsten Mittel, sondern zum Mittel seiner eigenen unbeendeten Beugung. Weitergabe ist Haltung, nicht Mechanismus.

— Freud hat die Stelle zweimal gefunden und einmal besetzt. Nicht jedes Kind wurde verführt; jedes Kind ist durch den Vollzug seiner Vorgänger da.

— „Scheiße" ist der Rest ohne Relation; gefickt werden ist die Opferformel im Vernakular. Das Wort hält, was der Zustand löscht.

— ◇ Es gibt keinen Fluch im Medium. Aktiv und passiv: Täter-Opfer; medial: Verbundenheit.

— Offen: Von wo beginnt die Transformation, wenn das Opfer nicht beginnen kann?


17.09.2026 © ReckLab.de

 
 
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