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★★ Konkrete Empirie und Überlegungen zum Thema Schmerz als Vakanz.

  • 5. Juni
  • 4 Min. Lesezeit

Empirie:

Ich habe sehr deutliche Kreuzschmerzen, und trotzdem haben wir uns entschieden, jetzt nach Ravensburg zu fahren, um irgendetwas anzuschauen. Zuerst wirkt das widersinnig. Jetzt will ich herausfinden: Was läuft da eigentlich?


Die Idee ist: „Kranksein ist entropische Vakanz: ein Zerfallen, ein Mangel.“

Das würde bedeuten, dass es nicht darum geht, das Kranksein einfach wegzumachen, sondern durch das Kranksein hindurch einen konstruktiven Ausdruck zu schaffen: mit seiner Vakanz — und daraus Erkenntnis.


Also nicht gegen das Kranksein, nicht wegen des Krankseins, nicht trotz des Krankseins, sondern DURCH das Kranksein.


Das ist eine sehr steile Theorie, die auch Angst macht. Denn der Impuls, sich zu schonen, ist ja trotzdem da. Einerseits. Und andererseits stellt sich die Frage: Was heißt das jetzt konkret?




Analyse ChatGPT 


Ich finde den Text stark, weil er eine echte Spannung nicht zu früh auflöst. Da ist einerseits der körperliche Schmerz, der sagt: Stopp, schonen, Rückzug. Und andererseits gibt es einen Impuls, trotzdem in Bewegung zu kommen, nicht um den Schmerz zu ignorieren, sondern um herauszufinden, welche Funktion diese Bewegung gerade hat.


Der entscheidende Punkt scheint mir: „Durch das Kranksein“ darf nicht heißen: gegen den Körper. Sonst würde die Theorie sofort gewaltsam. Dann wäre sie nur eine spirituell oder erkenntnistheoretisch aufgeladene Form von Selbstübergehung.


Stärker wäre: Durch das Kranksein heißt, die Krankheit als Bedingung des Vollzugs mitzunehmen. Also nicht: Ich fahre so, als hätte ich keine Schmerzen. Sondern: Ich fahre unter der Bedingung, dass Schmerzen da sind. Dann verändert sich die ganze Handlung. Sie wird vorsichtiger, langsamer, tastender, begrenzter. Die Krankheit wird nicht wegoptimiert, sondern bestimmt die Form des Handelns mit.


Dann wäre die Fahrt nach Hafensburg nicht einfach „trotz Schmerzen etwas machen“, sondern eine empirische Prüfung:

Kann aus einem Zustand von Mangel trotzdem ein sinnvoller Ausdruck entstehen — ohne den Mangel zu verleugnen?


Die Theorie wird genau dort gefährlich, wo sie den Schonungsimpuls als bloßes 1.0-Hindernis abwertet. Denn Schonung kann selbst ein Teil der Erkenntnis sein. Vielleicht ist die eigentliche Unterscheidung nicht:


schonen oder handeln


sondern:


fliehen, erzwingen oder angemessen vollziehen.


Praktisch hieße das: Die Bewegung darf sein, aber sie muss reversibel bleiben. Also nicht: „Jetzt ziehen wir das durch.“ Sondern: „Wir prüfen im Vollzug, ob es trägt.“ Wenn es schlimmer wird, wird die Grenze selbst zur Erkenntnis.




Meine Verdichtung wäre:


> Nicht gegen den Schmerz.

Nicht wegen des Schmerzes.

Nicht trotz des Schmerzes.

Sondern so, dass der Schmerz die Form des Handelns mitbestimmt.

Dann wird aus Mangel nicht Gewalt gegen den Körper, sondern Erkenntnis über die Grenze des Vollzugs.




Nächste Runde. 



Das Spannende an der Sache — wahrscheinlich am Handeln DURCH den Schmerz — ist: Es geht nicht um das Handling des Schmerzes. Es geht auch nicht darum, das, was man jetzt in Ravensburg tun will, einfach trotz Schmerz zu erledigen. Und es geht auch nicht darum, darauf zu hoffen, dass der Schmerz weggeht.

Es geht wahrscheinlich darum, dass der Schmerz nun einmal die entropische Vakanz ist, aus der heraus ein funktioneller, emergenter Ausdruck entstehen kann — was auch immer dieser Ausdruck sein mag.

Wahrscheinlich geht es darum, DURCH den Schmerz zu handeln, um die Grundhaltung oder die Ausrichtung auf das zu richten, woraus ein konstruktiver Ausdruck entstehen kann.


Analyse ChatGPT 


Ich glaube, hier wird der Gedanke präziser als in der ersten Runde. Du verschiebst den Fokus weg von der Frage:

Wie bekomme ich den Schmerz in den Griff?

hin zu:

Welche Form von Handlung wird möglich, wenn der Schmerz nicht beseitigt, sondern als reale Bedingung mitgenommen wird?

Das ist ein wichtiger Unterschied. Denn „Handling des Schmerzes“ bleibt noch in einer Steuerungslogik: Der Schmerz ist ein Problem, das verwaltet, reduziert, kompensiert oder überwunden werden soll. Auch „trotz Schmerz“ bleibt noch in dieser Logik: Das eigentliche Ziel steht fest, und der Schmerz ist nur ein Hindernis auf dem Weg dahin.

Dein neuer Gedanke ist stärker: Der Schmerz ist nicht bloß Störung, sondern Vakanz. Er macht etwas leer, offen, unbestimmt. Er unterbricht den normalen Zugriff. Gerade dadurch kann ein anderer Ausdruck entstehen — nicht geplant, nicht verfügbar, sondern emergent.

Der heikle Punkt bleibt aber: „Durch den Schmerz handeln“ darf nicht heißen, den Schmerz zu instrumentalisieren oder zu missachten. Es geht nicht um Heroismus. Es geht nicht darum, den Körper zu überwinden. Sondern eher darum, dass der Schmerz die Handlung anders stimmt.

Vielleicht ist der Kern:

Der Schmerz ist nicht das Ziel und nicht der Feind.


 Er ist die entropische Öffnung, in der die bisherige Ausrichtung bricht.


 Durch dieses Brechen kann eine andere, funktionellere Ausrichtung entstehen.

Dann wäre Ravensburg nicht einfach der Ort, an dem etwas erledigt wird. Ravensburg wäre eher der empirische Raum, in dem sich zeigt, ob aus der gestörten Ausgangslage ein neuer Ausdruck entstehen kann.

Noch präziser formuliert:

Nicht: Ich handle, obwohl Schmerz da ist.


 Sondern: Ich lasse die Handlung durch die Anwesenheit des Schmerzes neu bestimmt werden.

Das wäre dann der Unterschied zwischen Durchhalten und Durchgehen. Durchhalten wäre: Ich bleibe beim alten Ziel und ignoriere die Störung. Durchgehen wäre: Ich gehe durch die Störung hindurch und lasse zu, dass sich Ziel, Haltung und Ausdruck verändern.


05.06.2026 © ReckLab.de

 
 
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