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Mensch 1.0 vs. Mensch 2.0: ein Versuch

  • 30. Juli
  • 1 Min. Lesezeit

Mensch 1.0 vs. Mensch 2.0 


Idee:

Mensch 1.0: Nicht-Koinzidenz durch Trennung erzeugen.

Mensch 2.0:

Nicht-Koinzidenz als Beziehung vollziehen.


Ein noch etwas schwammiger Versuch.


Mensch 1.0 und Mensch 2.0

Die beiden Existenzweisen lassen sich zunächst folgendermaßen unterscheiden:


Existenzweise 1.0

Der Mensch versucht, sich positiv festzustellen, indem er das Negative in den anderen verlagert.

Er sagt implizit:

Ich bin, was du nicht bist.

Ich bin positiv, weil du negativ bist.

Ich kann bestehen, wenn ich dich festlege.

Ich bin frei, wenn ich dich kontrolliere, besitze oder ausschließe.

Dadurch wird er jedoch von dem Menschen abhängig, den er ausschließt.

Er benötigt dessen negative Position, um seine eigene positive Position aufrechterhalten zu können. Seine Trennung erzeugt daher keine wirkliche Freiheit, sondern eine immer stärkere Bindung an den anderen.

Mensch 1.0 versucht, Nicht-Koinzidenz durch Trennung herzustellen.


Existenzweise 2.0

Der Mensch erkennt, dass er ein Pol einer Beziehung ist und seine Nicht-Koinzidenz mit dem anderen nicht durch dessen Negativierung erzeugen muss.

Er sagt nicht mehr:

Ich muss dich negativ bestimmen, um positiv sein zu können.

Sondern:

Unsere Nicht-Koinzidenz ist bereits die produktive Spannung unserer Beziehung.

Der Gegensatz muss dann nicht durch Ausschluss, Abwertung oder Besitz hergestellt werden. Er kann als Beziehung vollzogen werden.

Der andere muss nicht verkleinert werden, damit ich existieren kann. Gerade seine Andersheit wird zur Bedingung meiner nächsten Selbstüberschreitung.

Mensch 2.0 vollzieht Nicht-Koinzidenz als Beziehung.


Pointiert formuliert:

Der Mensch 1.0 trennt sich vom anderen, um aus ihm zu leben.

Der Mensch 2.0 lebt mit dem anderen, um sich gemeinsam zu überschreiten.


27.07.2026 © ReckLab.de  

 
 
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