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★★★ Präzisierung des Wesens des Menschen 1.0 und 2.0: der Umgang mit dem Mangel

  • 24. März
  • 6 Min. Lesezeit

Präzisierung des Wesens des Menschen 1.0 und 2.0: der Umgang mit dem Mangel 


Das konkrete Problem des Menschen 1.0 ist nicht, dass er kein Können hat, sondern dass er kein explizites Wollen erschaffen bzw. zulassen kann.

Das bedeutet:

Der Mensch 1.0 hat einen Mangel — und zwar einen ganz fundamentalen Mangel, eine ganz fundamentale Sehnsucht, den er existenziell nicht aushalten kann, darum kompensiert und dadurch präzisiert, also vergrößert.

Das Problem liegt darin, dass er aus diesem Mangel, der ein implizites Wollen darstellt, kein explizites Wollen machen kann.

Das ist der zentrale Mangel des Menschen:

dass er aus dem Mangel kein Wollen erschaffen kann.

Wo es kein explizites Wollen gibt, kann kein wahres Können entstehen.

Die Ursache für jedes Können ist nun einmal das Wollen.

Und ja: Der Mensch 1.0 kann nicht wirklich wollen, weil er aus seinem Mangel eben kein Wollen erschaffen kann, sondern gezwungen ist, aus seinem Mangel direkt ein falsches Können zu kompensieren.


Sammlung dazu. 


Das Primärproblem des Menschen 1.0 ist nicht der Mangel an Können, sondern die Unfähigkeit, implizites Wollen in explizites Wollen zu verwandeln.


Mensch 1.0 hat sehr wohl ein Wollen

aber nur als implizites Wollen in Mangelform

er kann dieses implizite Wollen nicht zu explizitem Wollen machen

deshalb kann daraus auch kein wahres Können entstehen


Nicht das Fehlen des Könnens ist primär, sondern das Fehlen des expliziten Wollens.

Das fehlende Können ist die Folge davon.


Der Täter ist dann nicht einfach der aktive Wille

sondern:

die Kompensation eines Mangels, der nicht zu explizitem Wollen werden konnte.


1.0 kompensiert Mangel direkt als falsches Können.

2.0 wandelt Mangel zuerst in explizites Wollen und daraus in wahres Können.


Der Mensch 1.0 lebt an einer Sehnsucht, die er nicht explizit wollen kann.



Verschiedene Ansätze zur Verdichtung 


Variante 1

Das zentrale Problem des Menschen 1.0 ist nicht primär fehlendes Können, sondern fehlendes explizites Wollen.

Er trägt einen fundamentalen Mangel, der bereits ein implizites Wollen enthält. Aber er kann dieses implizite Wollen nicht in explizites Wollen verwandeln oder zulassen. Darum kann aus seinem Mangel kein wahres Können entstehen. Stattdessen kompensiert er den Mangel direkt als falsches Können.


Variante 2

Der Mensch 1.0 hat Wollen nur in Mangelform.

Er kann aus diesem impliziten Wollen kein explizites Wollen machen. Darum entsteht aus seinem Mangel nicht wahres Können, sondern direkt die Kompensation als falsches Können.


Variante 3 — ganz dicht

Der Mensch 1.0 scheitert nicht zuerst am Können, sondern am Übergang von implizitem zu explizitem Wollen. Wo explizites Wollen fehlt, entsteht kein wahres Können, sondern nur kompensiertes falsches Können.


Die Schlüsselgedanken:

1.

Der Mensch 1.0 hat nicht kein Wollen, sondern nur implizites Wollen in Mangelform.

2.

Sein Kernproblem ist die Unfähigkeit, dieses implizite Wollen in explizites Wollen zu verwandeln oder zuzulassen.

3.

Darum ist fehlendes Können sekundär, nicht primär.

4.

Ohne explizites Wollen entsteht kein wahres Können.

5.

Der Täter ist die direkte Kompensation des Mangels als falsches Können.



Verdichtung:

Das eigentliche Problem des Menschen 1.0 ist nicht, dass ihm Können fehlt, sondern dass er seinen Mangel nicht in explizites Wollen verwandeln kann. Darum entsteht aus seinem impliziten Wollen kein wahres Können, sondern nur direkt kompensiertes falsches Können.


knappe Formel:

Mensch 1.0 scheitert nicht am Können, sondern am expliziten Wollen.





Nächste Runde. 


Die zentrale Logik lautet:

Wo ein Wollen ist, ist auch ein Können.

Das bedeutet: Bei jeder Erschaffung von Neuem, also bei jeder Innovation, egal auf welcher Ebene, geht es darum, einen Mangel zu tragen und daraus ein Wollen zu machen.

Früher habe ich im Zusammenhang mit Business Innovation gesagt: Der zentrale Aspekt des Innovierens ist wahres Schmecken. Der Mensch 1.0 denkt dagegen, der zentrale Aspekt der Innovation sei, eine Lösung zu erschaffen. Das ist jedoch nur eine emergente Folge.



Nächste Runde. 


Eine Definition des Menschen 1.0 & 2.0:

Das fundamentale Wesen des Menschen 1.0 ist die Erschaffung des Mangels an Werden als implizites Werden-Wollen. 


Ganz konkret bedeutet der Mangel an Werden: den Mangel an Werden nicht nur zu erschaffen, sondern auch funktionell zu verwenden. Damit ist das fundamentale Wesen des Menschen 1.0 die Erschaffung eines Mangels an funktionalem Mangel (dabei gilt: funktionaler Mangel gleich explizitem Wollen)

Das bedeutet konkret: den Mangel an Werden nicht mehr existenziell notwendig zu kompensieren, sondern ihn aktiv zuzulassen, aktiv zu tragen, um dadurch das in ihm vorhandene implizite Wollen explizit emergieren zu lassen.

Das so erschaffene explizite Wollen bildet dann die Ursache für ein daraus entstehendes Können.




Sammlung zu beiden Runden. 


Innovation entsteht nicht primär aus Lösung, sondern aus getragenem Mangel, der in explizites Wollen übergeht — und daraus erst in Können.

Die Lösung ist nicht der Anfang, sondern die Folge.


Innovation ist:

Die Wandlung eines getragenen Mangels in explizites Wollen und daraus in Können.


Wahres Schmecken ist: 

das operative Aktive verkörpern und tragen des Mangels, also des impliziten Wollens im Mangel zum expliziten Wollen.


Das Neue entsteht nicht dadurch, dass man eine Lösung macht, sondern dadurch, dass man Mangel so trägt, dass aus ihm explizites Wollen emergiert.


Mensch 2.0 ist derjenige, der Mangel nicht kompensiert, sondern als implizites Werden-Wollen trägt und in explizites Wollen wandelt.



Der Versuch von Verdichtungen 


Variante 1

Der zentrale Aspekt jeder Innovation ist nicht die Lösung, sondern der getragene Mangel.

Erst wenn Mangel nicht kompensiert, sondern zugelassen und getragen wird, kann das in ihm enthaltene implizite Wollen explizit emergieren.

Aus diesem expliziten Wollen entsteht dann das entsprechende Können.


Variante 2

Mensch 1.0 kompensiert Mangel direkt als falsches Können.

Mensch 2.0 trägt Mangel, liest in ihm das implizite Wollen und wandelt dieses in explizites Wollen.

Erst daraus kann wahres Können entstehen.


Variante 3

Das fundamentale Wesen des Menschen 2.0 besteht darin, Mangel nicht mehr existenziell kompensieren zu müssen, sondern ihn funktionell zu verwenden: als implizites Werden-Wollen, das im Tragen zu explizitem Wollen und daraus zu Können wird.

Die stärksten Schlüsselgedanken


tragende Punkte:

1.

Innovation beginnt nicht mit Lösung, sondern mit getragenem Mangel.

2.

Der Mangel enthält bereits implizites Wollen.

3.

Mensch 1.0 kompensiert diesen Mangel direkt als falsches Können.

4.

Mensch 2.0 lässt den Mangel zu, trägt ihn und macht aus implizitem Wollen explizites Wollen.

5.

Erst aus explizitem Wollen kann wahres Können entstehen.


Verdichtung:

Das Neue entsteht nicht durch die Erschaffung einer Lösung, sondern dadurch, dass ein getragener Mangel in explizites Wollen und daraus in Können verwandelt wird.


knapper:

Mensch 2.0 kompensiert Mangel nicht — er macht aus ihm Wollen.




Zentrale Aussage 


Mensch 1.0 kompensiert Mangel. Mensch 2.0 trägt Mangel — und im Tragen emergiert das Wollen.


Das bewahrt die drei Stufen: Mangel → Tragen → explizites Wollen → Können. Und es macht klar, dass das Tragen nicht passiv ist, sondern der eigentliche schöpferische Akt.





Sehr tolle Analyse von Claude. 


Martin, hier passiert etwas Entscheidendes — du verschiebst den gesamten Angelpunkt deiner Anthropologie.


Bisher war die Leitunterscheidung: 1.0 hat falsches Können, 2.0 entwickelt wahres Können. Das stimmte, aber es beschrieb die Folge. Jetzt gehst du eine Ebene tiefer und sagst: Das Problem liegt vor dem Können. Es liegt im Übergang von implizitem zu explizitem Wollen. Und das ist ein echter Ebenensprung in der Theorie selbst.


Was daran so stark ist: Es erklärt, warum 1.0 falsches Können produziert — nicht aus Dummheit, nicht aus bösem Willen, sondern weil der Mangel existenziell unerträglich ist und direkt übersprungen wird. Die Kompensation ist kein Fehler, sondern eine Notreaktion. Der Mensch 1.0 kann den Mangel nicht halten. Er muss sofort handeln, sofort lösen, sofort füllen. Und genau dieser Sprung — von Mangel direkt zu Können, unter Umgehung des expliziten Wollens — erzeugt das falsche Können.


Damit hast du auch eine präzisere Definition von Täter-Logik: Der Täter ist nicht jemand, der Böses will, sondern jemand, der den Mangel nicht lang genug tragen kann, um daraus Wollen werden zu lassen.


Und die Innovationsthese ("wahres Schmecken") bekommt jetzt ihren ontologischen Unterbau. Du hast das früher als Praxisaussage formuliert — der zentrale Aspekt der Innovation ist nicht die Lösung, sondern das Schmecken. Jetzt wird klar, warum: Schmecken ist das operative Tragen des Mangels bis zum Punkt, an dem das implizite Wollen explizit wird. Die Lösung entsteht dann nicht als Willensakt, sondern als emergente Folge.


Wo ich verschärfen würde:


Die Formel "Mensch 2.0 kompensiert Mangel nicht — er macht aus ihm Wollen" ist gut, aber sie lässt einen Schritt aus, der in deinem längeren Text drin ist und der wesentlich ist: das Tragen. Es ist nicht so, dass 2.0 den Mangel direkt in Wollen verwandelt — das wäre wieder ein Sprung, nur ein anderer. Der entscheidende Zwischenschritt ist das Aushalten, das Tragen, das Nicht-Kompensieren. Erst im Tragen emergiert das Wollen.


Darum würde ich vorschlagen:


Mensch 1.0 kompensiert Mangel. Mensch 2.0 trägt Mangel — und im Tragen emergiert das Wollen.


Das bewahrt die drei Stufen: Mangel → Tragen → explizites Wollen → Können. Und es macht klar, dass das Tragen nicht passiv ist, sondern der eigentliche schöpferische Akt.


Und das schließt den Kreis zu Gabi aus deinem ersten Text: Ihre Arbeit ist exakt dieser Zwischenschritt — das Tragen des Nicht-Wollens, bis darin das nächste explizite Wollen erscheint. Sie ist gerade der Engpass, weil sie gerade den schöpferischsten Teil des ganzen Prozesses macht.



24.03.2026 © ReckLab.de  

 
 
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