★★★★ Sammlung zur Schuld Opfer Täter Logik als Empirie für die Struktur der vierfachen Rekursion der Funktion von allen
- 18. Aug. 2025
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Sammlung zur Schuld Opfer Täter Logik als Empirie für die Struktur der vierfachen Rekursion der Funktion von allen
Zum letzten Gericht
Im letzten Gericht kommt nicht die Wahrheit auf, sondern die Schuld. Mit anderen Worten: Bricht die Fassade des Täterausdrucks, die Ich-Bestimmung, das Ego, zusammen, so tritt der fundamentale Opferausdruck als Schuld ins Bewusstsein. Diese Schuld ist der Ausdruck zur ausdruckslosen Wahrheit, also zum persönlich Göttlichen. Stirbt dieser Ausdruck der Schuld, so lebt das ausdruckslose Göttliche als Wahrheit in anderen weiter.
In anderen Worten:
• (Persönliche) Schuld ist der resultierende menschliche Ausdruck der (persönlichen) göttlichen, ausdruckslosen Wahrheit.
• Bricht der operative Täterausdruck, das operative Selbstbestimmen, das operative Ego zusammen, so tritt die Schuld vordergründig ins Bewusstsein. Dies ist das letzte Gericht.
Schuld und die Täter-Opfer-Dynamik
Schuld ist dasjenige, was der Täter erzeugt.
Das Tragen der Schuld ist dasjenige, was das Opfer ausmacht. Das Wesen des Opfers ist es, die Schuld seines Täters zu tragen.
Vgl. Jesus-Mythos.
Somit trägt das Opfer nie seine eigene Schuld – das ist logisch ausgeschlossen.
Damit ist die eigene Schuld immer eine Erbschuld, die man von seinem Täter trägt. Da der Täter immer der Kleinere ist, der logisch den Vorgänger darstellt, kann man sagen: Die eigene Schuld ist immer eine Erbschuld vom anderen.
Schuld ist etwas, das immer größer wird, etwas, das akkumuliert.
Die Frage ist: Was genau ist Schuld?
Eine logische, wenn auch noch vage Idee dazu:
Schuld ist – logisch gesehen – der Ausdruck über das Wesen der Beugung: das Größere über das Kleinere; das Können operativ und das Wollen fundamental resultierend. Also salopp gesagt: das falsch herum – oder in anderen Worten: die Entropie.
Was ist Schuld:
• Schuld ist nicht-verkörpertes und damit nicht wahrgemachtes Fremd-Wollen in mir.
• Wenn Schuld wahr gemacht wird und als Wollen wahr verkörpert wird, dann wird aus dem falschen Fremd-Wollen in mir, ein wahres eigenes Wir-Wollen als Potenzial zum Wir-Können.
Neben der Bestattung ist die Opferkultur eine der ältesten kulturellen Praxen, die wir beim Menschen kennen.
Idee dazu: Für uns stellte sich immer die Frage, warum das Christentum so unvorstellbar attraktiv ist und die Missionsarbeit so extrem gut über einen Großteil des Globus funktioniert hat. In anderen Worten: Was ist das Wesen des Christentums und warum ist dieses so attraktiv.
Bisher dachte man, die Botschaft der Liebe sei der Grund für diese Attraktivität – was ich nie ganz verstanden habe.
Jetzt vermuten wir: Die zentrale Botschaft des Christentums ist die Thematik des Opfers, und das Opfer (Jesus nicht nur als Menschenopfer, sondern als Gottesopfer). Wenn man einen Schritt zurück macht ist dies mehr als offensichtlich. Wenn man als Kern der christlichen Praxis eine Heilige Messe betrachtet dreht sich im Christentum eigentlich alles symbolisch sowie inhaltlich fast ausschließlich um das Thema Opfern und dies in sehr ausdifferenzierter Art und Weise.
Dies findet bei allen Menschen sehr hohe Resonanz da ist das Wesen des Menschen 1.0 darstellt und macht das Christentum bisher erfolgreichsten und bisher wirkmächtigsten Religion.
Hier ein Versuch, dieses zentrale menschliche Tun des Opferns zu erschließen und logisch zu erkennen.
Schuld verursacht die Notwendigkeit des Opferns. Dabei ist Opfern das Tun des Täters. Opfern heißt, etwas Fremdes zu beugen, um die eigene Schuld zu kompensieren. Beim Opfer durch Tätertun wird immer etwas geopfert, das sehr wertvoll ist, das größer ist. Das passt dazu, dass man etwas opfert, das größer ist als man selbst – was dem Tätertun logisch entspricht.
Das passt zur biblischen Geschichte, in der Abraham seinen Sohn Isaak opfern will. Der Sohn ist die Weiterentwicklung, also das Größere gegenüber dem Vater.
Das passt zu meiner Geschichte, in der mein Vater mich opfert, indem er mir die Firma und mein Leben klaut, besetzt und verbraucht.
Indem man mittels Tätertun opfert, kompensiert man seine eigene Schuld. Die Wirkung ist jedoch, dass man dadurch seine eigene Schuld vergrößert. Denn durch Tätertun macht man sich selbst mehr zum Opfer. Das bedeutet: Man ist gezwungen, sich vermehrt als Opfer anzubieten und dadurch mehr Schuld von anderen aufzunehmen.
Das Tätertun gegen einen anderen, gegen ein fremdes Opfer, ist äußeres Tätersein.
Äußeres Tätersein ist jedoch Ursache und Mittel dafür, Täter gegen sich selbst zu sein, also einen inneren Täter zu erzeugen.
Das bedeutet: Der Mensch 1.0 macht durch sein inneres Tätertun ein inneres Opfer und damit innere Schuld, nämlich die Schuld seines inneren Täters. Der innere Täter stellt den anderen, kleineren, dar – zum inneren Opfer.
Schuld besteht darin, vom anderen seine Schuld tragen zu lassen. Damit ist Schuld immer eine Erbschuld (vgl. christliche Thematik der Schuld als Erbschuld).
Das bedeutet: Das innere Opfer manifestiert sich äußerlich, indem es die Schuld seines äußeren Täters trägt.
Dadurch, dass man seine Schuld vom anderen tragen lässt, erzeugt man in sich den Mechanismus bzw. die Schuld, die Schuld von anderen zu tragen.
Diese innere Schuld, dieses innere Opfer, ist die Ursache dafür, dass man die Schuld von einem anderen Kleineren trägt und sich damit als äußeres Opfer zulässt.
Empirie dazu
Christine ist die Täterin mir gegenüber: Sie beugt mich, indem sie mir meine Firma und mein gesamtes Leben klaut, besetzt und verbraucht.
Für diese Tat trägt sie keine Schuld – vielmehr trage ich als ihr Opfer diese Schuld.
Durch ihre Tat erschafft sie jedoch ein inneres Opfer und somit eine innere Schuld.
Diese Schuld bedeutet, dass sie die Schuld ihres Täters, also des Vaters, trägt.
Damit trägt Christine als Opfer die Schuld des Vaters, dass dieser Martin – also mir – die Firma und damit mein ganzes Leben geklaut, besetzt und verbraucht hat. Damit erbt sie die Schuld des Vaters.
Erlösung
Erlösung bedeutet, Schuld als Wollen zu erkennen, sie zu wandeln und entsprechend als operatives Potenzial zu verwenden.
Das bedeutet: Schuld als strukturelles Wollen wahrzumachen und damit zu funktionellem Wollen zu machen.
Das wiederum heißt: Fremdes Wollen als Ursache und Motor für das eigene gemeinsame Können zu verwenden – für die Entwicklung eines gemeinsamen Könnens – und damit eine gemeinsame Funktion aus Wollen und Können, aus mir und dem Anderen, emergieren zu lassen.
Dies alles ist letztlich Ausdruck davon, dass mein menschlicher Ausdruck das Wollen als Ursache und Mittel bildet, um ein göttliches Können zu entwickeln und damit zusammen die nächste emergente Funktion zu bilden.
Zum Mythos
Jesus als Erlöser trägt die Schuld seines Täters, so wie jeder andere Mensch 1.0 auch. Da er als Mensch 2.0 der größte Mensch ist, ist er damit das größte Opfer und trägt quasi alle Schuld aller Menschen 1.0.
Seine Erlösungsfunktion liegt jedoch nicht darin, die Schuld der Kleineren zu tragen – das macht auch jeder Mensch 1.0.
Seine besondere Erlösungsfunktion liegt darin, die Schuld der Menschen nicht nur zu tragen, sondern sie in Potenzial, in Wollen zu wandeln und damit fundamental ein Können, also eine Funktion, zu entwickeln. Damit bildet er mit den Menschen 1.0 eine konstruktive Funktion.
Dieses Funktionsbilden mit dem Menschen 1.0 macht den Menschen 1.0 innerhalb dieser Funktion zu einem Menschen 2.0.
Das ermöglicht ihm wiederum, seine Schuld – die immer fremde Schuld ist – in Wollen zu wandeln und damit mit seinem kleineren Menschen ein konstruktives Können als Funktion zu bilden.
Der Prozess, die eigene fremde Schuld in ein Wollen, ein Potenzial, zu wandeln, um daraus eine konstruktive Funktion, einen konstruktiven Ausdruck zu bilden, zeigt sich im Menschen 1.0 operativ im schöpferischen Unternehmertum. Der schöpferische Unternehmer beugt sich mit dem Problem seines Kunden, macht daraus ein Wollen, um gemeinsam eine Funktion, ein Können, zu bilden.
Nächste Runde
• Dass Schuld immer fremde Schuld ist, ist wahr und nicht falsch.
• Schuld ist falsches Wollen, Täter ist falsches Können.
• Falsches Wollen und falsches Können bedeutet, dass Wollen und Können in einer falschen Beziehung zueinander stehen. Falsch ist, wenn das Können operativ ursächlich ist und das Wollen nur resultierend und fundamental bleibt.
• Beim Menschen 1.0 wird dieses Wollen strukturell, jedoch funktionell falsch ausgebildet. Es findet zwar eine wahre Trennung statt, jedoch noch in falscher funktioneller Beziehung.
• Die Teilung von Können und Wollen als Täter und Opfer existiert sowohl innerhalb des Menschen als auch zwischen Menschen. Diese stehen funktionell in Beziehung zueinander und gehen auseinander hervor.
• Die Beziehung von innerem Täter-Opfer zu äußerem Täter-Opfer bildet wahrscheinlich die Struktur der vierfachen Rekursion der rekursiven Funktion von allem.
• Die innere Täter-Opfer-Funktion stellt dabei wahrscheinlich die Hauptfunktion dar, die sich weiter in äußeren Täter-Opfer-Funktionen ausdrückt.
18.08.2025 © ReckLab


