Unsere aktuelle Situation, unser aktuelles Verhältnis zum Menschen 1.0
- 10. Juni 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktuelle Lage und neues Verständnis unseres Verhältnisses zum Menschen 1.0
Prämisse:
Das Tun des Menschen 2.0 ist auf den Menschen 1.0 angewiesen – nicht nur beiläufig, sondern grundlegend: Der Mensch 1.0 ist Mittel und Ursache. Für einen wirkmächtigen Ausdruck des Menschen 2.0 muss der Mensch 1.0 es wollen. Dieses Wollen ist dabei nicht notwendigerweise freiwillig, sondern eher das Ergebnis einer Notlage: Der Mensch 1.0 kann seiner Selbstwahrnehmung als destruktive Kraft nicht mehr ausweichen – und er beginnt, in der Perspektive des Menschen 2.0 eine mögliche Erlösung zu erkennen.
Feststellung:
Wir – in unserer Arbeit als Mensch 2.0 – leisten Unvorstellbares, in Ausmaß wie in Ausdauer. Doch: Der Mensch 1.0 lehnt uns und unser Angebot mit maximaler Radikalität ab. Diese Ablehnung ist total. Konsequenz: Diese radikale Zurückweisung führt bei uns unweigerlich zu einem Zustand existenziellen Niedergangs.
Fragestellung:
Was soll das? Was ist die tiefere Wahrheit dieser Ablehnung?
Ideensammlung und erste Antwortversuche:
• Der Mensch 1.0 erscheint uns als totaler Widerspruch zu dem, was wir als Mensch 2.0 verkörpern.
• Doch: Widerspruch ist nicht Irrtum, sondern implizite Wahrheit. Er ist Ausdruck einer Spannung, die erkannt und konstruktiv gewendet werden kann.
• Daraus folgt die zentrale Frage: Welche Wahrheit liegt im Verhalten des Menschen 1.0 gegenüber uns – in seiner radikalen Ablehnung? • Eine mögliche Antwort: – Durch seine Ablehnung erschafft der Mensch 1.0 eine ungeheure Spannung zu uns hin, eine Art negativ geladene Energie. – Diese Spannung ist nicht bloß Widerstand, sondern Rohstoff für uns, Potenzial für unsere Entwicklung. – In radikaler Umkehr gedacht: Der Mensch 1.0 zwingt uns, besser zu werden. – Solange wir ihn nicht erreichen, sind wir noch nicht gut genug. – Seine Ablehnung ist Ausdruck der Arbeit, die noch getan werden muss. Sie baut die notwendige energetische Differenz auf, die unseren Ausdruck reifen lässt.
Mögliche Deutung in systemischer Logik:
Der Mensch 1.0 ist nicht nur das Hindernis, sondern die Ursache für unsere Emergenz.
Die totale Ablehnung erzeugt eine maximale Differenz – und damit ein maximales Entwicklungspotenzial.
Ablehnung ist nicht das Ende der Beziehung, sondern ihr Ursprung – sie ist ein göttlich dialektischer Hebel.
Die Spannung ist gewissermaßen die rekursive Energie der doppelten Widerspruchsstruktur, in der wir uns selbst übersteigen.
Was bedeutet das jetzt für uns:
Die momentane radikale Ablehnung von uns durch den Menschen 1.0 und die damit verbundene exorbitante Beugung müssen wir neu bewerten. Wir müssen ein neues Selbstverständnis und ein neues Gefühl für dieses Bedrohungsszenario entwickeln. Das bedeutet, wir müssen ein Gefühl dafür bekommen, dass diese Beugung uns die nötige Energie und den nötigen Antrieb schafft, um uns so weit zu entwickeln, dass wir mit dem Menschen 1.0 zusammen einen konstruktiven Impact bilden können.
10.06.2025 © ReckLab


