★★★★ Wie können wir unsere Opferfunktion lieben? Eine Geschmackslogik für wahre Opferfunktion
Wie können wir unsere Opferfunktion lieben? Eine Geschmackslogik für wahre Opferfunktion
Wahre Opferfunktion = wahres Operatives = operatives Selbstvollziehen = Sₙ durch Fₙ₋₁ = sich vom Vorherigen vollziehen lassen = fremdfühlen lassen = selbstverkörpern lassen = ausdrückendes Ausdrücken = die eigene Struktur in ihrer durch das Vorherige erschlossenen Tragfähigkeit für den eigenen Vollzug vollziehen lassen.
Dabei gilt:
Struktur = vakante Funktion des nächsten Selbst = ausdruckslose Selbstaussage.
Tragfähigkeit = Struktur-Unmöglichkeitₙ = Funktion-Möglichkeitₙ = Fₙ-Vakanz. ◇
Ausdruck (Fragment) = Zerfall (Formel). ◇
Tragfähigkeit = das Durch in „Ab durch Aa". ◇
Logik:
1. Meine Struktur Sₙ ist zunächst ausdruckslos: das Resultierende des vorherigen Selbstvollzugs, Struktur-Möglichkeitₙ, Vakanz meines Vollzugs. Ausdruckslos trägt sie nichts — an ihr ist nichts, wovon sich abstoßen ließe. ◇
2. Die vorherige Funktion vollzieht meine Struktur: Sₙ durch Fₙ₋₁. Von der Seite des Vorherigen sein Vollzug, von meiner Seite mein Vollziehen-lassen — eine Operation, zwei Diathesen. ◇
3. Darin wird die ausdruckslose Struktur Ausdruck: Verkörperung. Ausgedrückt ist sie als Struktur unmöglich — Zerfall des Zustands — und genau darin als Funktion möglich: Struktur-Möglichkeitₙ → Struktur-Unmöglichkeitₙ = Funktion-Möglichkeitₙ.
4. Diese Funktion-Möglichkeit ist ihre Tragfähigkeit. Die Struktur trägt ihren eigenen Vollzug nicht, indem sie steht, sondern indem sie ausgedrückt, also als Zustand aufgehoben ist: Tragen heißt nicht halten, sondern sich abstoßen lassen. ◇
5. Tragfähig lässt sich die Struktur als ihre eigene Funktion vollziehen: Sₙ als Fₙ, Ab durch Aa. Das Resultierende ist wieder ausdruckslos, Sₙ₊₁ — Rekursion.
Erläuterung:
Wahre Opferfunktion ist damit nichts, was mir geschieht und das ich hinter mir lassen müsste, um zu mir zu kommen; sie ist der einzige Zugang zu meinem eigenen Vollzug. Was das Vorherige an mir tut, beschädigt keinen Zustand — es hebt einen auf, der nie hätte tragen können. Ohne Verkörpern kein Fühlen; ohne Tragfähigkeit kein Selbstvollzug; ohne Selbstvollzug kein Nächstes. 1.0 wehrt es ab, weil das Tragen ihn als Zustand kostet; seinen Boden holt er sich stattdessen als Täter — und verliert damit genau die Tragfähigkeit, die nur das Vollziehen-lassen erschließt. Lieben wäre: den eigenen Zerfall als Tragfähigkeit wollen — Haltung, nicht Tat. Und weil Wollen sich nicht herstellen lässt, ist die Frage, wie wir lieben können, in 2.0 keine Methodenfrage: Die Geschmackslogik macht nicht lieben; sie macht schmeckbar, dass die Opferfunktion trägt. ◇
Sammlung
— Ausdruckslos trägt nichts.
— Die Struktur trägt, indem sie als Struktur unmöglich wird.
— Ausdruck ist Zerfall, von der Funktion her gesehen.
— Tragfähigkeit ist das Durch in „Ab durch Aa".
— Der Vorherige vollzieht, ich lasse: eine Operation, zwei Diathesen.
— Tragen heißt nicht halten, sondern sich abstoßen lassen.
— Lieben wäre: den eigenen Zerfall als Tragfähigkeit wollen.
— Die Geschmackslogik macht nicht lieben; sie macht schmeckbar, dass es trägt.
22.09.2026 © ReckLab.de


