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★★★ Ein Versuch: wahre Körperlichkeit und wahre Sexualität

  • 27. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Ein Versuch: wahre Körperlichkeit und wahre Sexualität 



Wahre Körperlichkeit ist nicht gesund, sondern die Verkörperung Geistes als Gussform des Geistes+1. Damit ist Verkörperung, also der Körper, die fundamentalste Gussform für die Emergenz des ausdruckslosen Selbstübers der Zukunft.


Wahre menschliche Sexualität ist nicht die Erzeugung eines Kindes oder das lustvolle, befriedigende Tun zwischen Paaren, sondern konstruktive Beziehung als struktureller Gegensatz, der funktionell das gemeinsame, ausdruckslose Neue hervorbringt.


Nächste Runde. 


In welcher Beziehung steht Körperlichkeit und Sexualität zueinander? 


Die Beziehung von Körper und Geist innermenschlich ist vielleicht das, was Sexualität zwischenmenschlich darstellt. 


Der Körper ist ein Haben, das persönliches Werden trägt.

Die konstruktive Beziehung ist ein gemeinsames Haben, das gemeinsames Werden trägt.



Der einzelne Körper wäre die erste Gussform. Die Beziehung wäre die Gussform zweiter Ordnung. Sexualität wäre der operative Vollzug dieser relationalen Gussform.





Sammlung dazu 



Der Maßstab wahrer Körperlichkeit wäre somit nicht:

Ist dieser Körper gesund, schön, leistungsfähig oder schmerzfrei?

Sondern:

Welche Zukunft kann sich durch diese konkrete Verkörperung vollziehen und aus ihr emergieren?


Zwei verkörperte Menschen bilden als struktureller Gegensatz einen gemeinsamen relationalen Körper, in dessen Vollzug etwas Neues entsteht.



Ein Versuch:



Körperlichkeit und Sexualität als Gussformen der Zukunft


Wahre Körperlichkeit bestimmt sich nicht durch Gesundheit. Der Körper ist nicht bloß Materie, Instrument oder Hülle eines bereits vorhandenen Geistes. Er ist die fundamentalste operative Gussform, in deren Vollzug Geist überhaupt erst emergiert.


Der Körper ist geronnenes Werden: ein Haben, das weiteres Werden trägt. In ihm sind die bisherigen Beugungen eines Menschen verkörpert, und durch ihn entsteht der noch ausdruckslose Selbstüberschuss seiner nächsten Zukunft.


Geist ist damit nicht das Gegenteil des Körpers. Geist ist dasjenige Mehr, das die körperliche Verkörperung in ihrem Vollzug über ihre gegenwärtige Gestalt hinaus hervorbringt.


Wahre menschliche Sexualität bestimmt sich weder durch die Erzeugung eines Kindes noch durch ein lustvolles oder befriedigendes Tun zwischen zwei Menschen. Diese können Ausdrucksformen der Sexualität sein, bilden aber nicht ihr Wesen.


Sexualität ist der konstruktive Vollzug verkörperter Beziehung. Zwei Menschen bilden als struktureller Gegensatz einen gemeinsamen relationalen Körper. Gerade weil sie nicht miteinander koinzidieren, kann aus ihrem gemeinsamen Vollzug etwas Neues entstehen, das in keinem von beiden allein bereits enthalten war.


Dieses gemeinsame Neue ist zunächst ausdruckslos. Es gehört weder dem einen noch dem anderen, sondern emergiert aus ihrer Beziehung. Ein Kind ist eine mögliche körperliche Erscheinungsform dieses gemeinsamen Dritten – aber nicht dessen einzige Form.


Der einzelne Körper ist die Gussform des persönlichen Werdens. Die konstruktive Beziehung ist die Gussform des gemeinsamen Werdens. Sexualität ist der Vollzug, in dem der verkörperte Gegensatz seine gemeinsame ausdruckslose Zukunft hervorbringt.



27.07.2026 © ReckLab.de

 
 
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