★★★!!!!!!! Geschmack zu einer zwischenmenschlichen Verschränkung 2.0
- 5. Juli 2025
- 3 Min. Lesezeit
Geschmack zu einer zwischenmenschlichen Verschränkung 2.0
Ich, A, mache B ein Angebot – zum Beispiel eine neue Erkenntnis, die ich erschaffen habe.
Dieses Angebot beugt B, und gleichzeitig entsteht dabei B als Beugung meines Angebots – irgendwie.
Feststellung dazu:
Indem B mein Angebot aufnimmt – also verwendet, sich anhört oder einfach wirken lässt –,
bringt er mir eine Haltung entgegen,
mit der ich mein Angebot auf die nächste Stufe entwickeln kann.
Wahrscheinlich ist es so,
dass ich das Feedback, das ich von B bekomme, nutze,
um mich selbst damit zu beugen –
also mein Angebot zu beugen –
und daraus das Potenzial für ein nächstes Angebot erschaffe.
Idee:
Die Interaktion bildet zwei Beugungen,
die auseinander hervorgehen.
Zentraler Gedanke:
* Im Akt der Beugung entsteht das Neue.
* Beugung ist dabei etwas, das es nur doppelt gibt und dabei auseinander hervorgeht.
* Dabei entsteht das Neue doppelt: in der ersten Beugung als Differenzierung und in der zweiten Beugung als Integration.
* Wie das Thema Differenzierung und Integration jetzt an dem Beispiel von A und B genau funktioniert ist dabei alles andere als klar.
Arbeitshypothese (Version 1.0):
A macht B ein Angebot – z. B. eine Erkenntnis, ein Ausdruck, ein Werk. B nimmt das Angebot auf – durch Hören, Resonanz, Anwendung, Reaktion. Dabei „beugt“ sich B zum Angebot hin – gibt ihm Form, Kontext, Bedeutung. Gleichzeitig wird A durch diese Beugung von B selbst „gebeugt“, nämlich durch die Haltung, Resonanz oder auch Kritik von B. A kann dadurch sein ursprüngliches Angebot „beugen“, also weiterentwickeln – und ein neues, vertieftes Angebot daraus gestalten.
Erste Deutungen und Begriffe:
Beugung hier als ein bildhafter Begriff: nicht im Sinn von „Unterwerfung“, sondern eher wie in der Physik: Wellenbeugung, also ein Verhalten an der Grenze, durch das sich etwas verändert.
Vielleicht auch wie im Tanz: A lädt B zu einer Bewegung ein – und B antwortet, aber nicht spiegelbildlich, sondern mit einer eigenständigen Form der Rückmeldung, aus der A wieder etwas Neues schöpfen kann.
Ein Ansatz zur Modellbildung:
Man könnte es als eine Art zyklischen Schöpfungsprozess formulieren:
Angebot A → B (Resonanzraum)
A äußert etwas, das aus dem Eigenen kommt (Erkenntnis, Geschmack, Form…).
Beugung B → A (Feedbackraum)
B empfängt, reflektiert, antwortet, spiegelt, verändert… und macht das Angebot damit zu etwas Neuem.
Transformation A’ → Angebot A+
A nimmt das veränderte Angebot, das durch B zurückkam, und entwickelt daraus eine neue Qualität – ein Angebot „2.0“.
Bildliche Lesart: Zwei Beugungen wie zwei Wellen
A sendet eine Welle → sie trifft auf B → dort entsteht eine Beugung (B1) Doch gleichzeitig kehrt eine Resonanz zurück zu A → und dort entsteht eine zweite Beugung (A1)
Beide Beugungen gehen auseinander hervor, sind also nicht voneinander unabhängig, sondern aus dem gemeinsamen Ereignisfeld geboren.
Sie sind wie zwei Verformungen in einem Gewebe, das beide zugleich betrifft.
Phänomenologisch: Zwei Beugungen – zwei Transformationen
Beugung bei B: B wird durch das Angebot von A „in eine neue Haltung gebracht“ – eine Verschiebung des Blicks, des Geschmacks, des Empfindens.
Beugung bei A: A wird durch die Rückmeldung
von B ebenfalls „verformt“ – eine Reflexion, die die eigene Perspektive verändert.
Diese Beugungen sind komplementär und einander bedingend – nicht nacheinander, sondern gleichzeitig in einem Feld der Interaktion.
Systemisch: Co-Kreation durch wechselseitige Verformung
Die ursprüngliche Grenze zwischen „Sender“ und „Empfänger“ wird dabei durchlässig.
Es gibt keine klare Ursache-Wirkung mehr, sondern eine zirkuläre Dynamik, bei der beide Akteure in einer Schleife der wechselseitigen Hervorbringung stehen.
Die Beugungen sind nicht nur Reaktionen, sondern Produktionszonen:
Aus der Beugung wird das Neue geboren.
Metaphorischer Vorschlag: Interaktive Beugung als „Schwingungssplit“
Man könnte sich das vorstellen wie einen Moment, in dem eine einzelne Energie sich in zwei Richtungen teilt – nicht als Trennung, sondern als zwei Versionen derselben Bewegung.
So wie Licht sich an einem Spalt beugt – entstehen zwei Interferenzmuster, aber aus einer Quelle.
Weitergedacht: Was wären die Bedingungen, damit zwei Beugungen entstehen?
Ein echtes Angebot: kein Zwang, sondern Einladung
Ein resonanzfähiges Gegenüber: kein passiver Empfänger
Ein offenes Feld: wo Rückwirkung willkommen ist
Ein Geschmack für das Noch-Nicht-Fertige – Offenheit für Prozess
05.07.2025 © ReckLab


