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★★★★★ Next Level Grundlogik 14.5: Der Versuch einer Rekonstruktion, wie ich zu dem Begriff im Gegensatz und Widerspruch gekommen bin: und die nächste Grundlogik, die sich daraus ergibt

  • 14. Juli
  • 4 Min. Lesezeit

★★★★★ Next Level Grundlogik 14.5: Der Versuch einer Rekonstruktion, wie ich zu dem Begriff im Gegensatz und Widerspruch gekommen bin: und die nächste Grundlogik, die sich daraus ergibt 



Nochmals einen Schritt zurück. 


Wie komme ich eigentlich auf Widersprechen bzw. entgegengesetztwerden also auf die Grundthematik von Widerspruch und Gegensatz 


Ich habe begonnen, dass alles Werden ist. Das war mir intuitiv klar. 


Die Setzungen dazu sind 

Immanenz, Rekursion und Neuheit.


Dann habe ich mir logisch überlegt: Wie kann das Neue entstehen? Das Neue kann nur entstehen, nicht aus dem Nichts, sondern aus dem Bisherigen. Also muss das Aktuelle etwas mit dem Vorherigen tun und damit das Neue erschaffen. 


Dann kam die Thematik der Rekursion auf und damit verbunden das Thema, dass sich alles auf selbst tun zurückführen lässt, also alles mit dem Präfix selbst. 


Und Selbst-XY passt zum Thema Widersprechen. 


Wie kam ich auf das Thema des Gegensatzes? Weil der Gegensatz nun mal der fundamentale Boden des Anderen ist. Also jede Differenz lässt sich letztendlich auf einen Gegensatz zurückführen. Das andere ist am Ende immer etwas Gegensätzliches. Somit kann das Neue als das Andere nur als Gegensatz entstehen. 




Sammlung dazu 


Weil alles Werden Selbsttun ist und weil dieses Selbsttun Neues hervorbringt, kann das Werdende mit seiner jeweils bestehenden Bestimmtheit nicht koinzidieren. Es widerspricht sich, indem es sich über seine bisherige Gestalt hinaus vollzieht.


Werden ist aktives Selbst-Nicht-Gleichbleiben.

Dieses aktive Selbst-Nicht-Gleichbleiben ist Widersprechen.


Das Neue ist nicht irgendein Anderes, sondern das aus dem Bisherigen hervorgegangene Andere des Bisherigen.


Das Neue steht dem Bisherigen als dessen eigenes Anderes gegenüber.


Das Hervorgegangene steht seinem Ursprung als etwas Eigenes gegenüber.


Der Gegensatz wäre damit die minimale Struktur wirklicher Andersheit:


Das Werden widerspricht sich, indem es sich zu einem ihm entgegengesetzten Neuen werden lässt.


Das Widersprechen bezeichnet dabei den Vollzug.

Das Entgegengesetztwerden bezeichnet das Hervorgehen seiner nächsten Gestalt.



Was muss das Bisherige tun, damit aus ihm Neues entsteht?

Antwort:

Es muss sich selbst widersprechen, also seine bisherige Bestimmtheit überschreiten


In welcher Beziehung steht das Neue zum Bisherigen?

Antwort:

Es steht ihm als sein hervorgegangenes Anderes gegenüber.



Widersprechen ist das Hervorbringen des Anderen.

Entgegengesetztwerden ist das Hervorgebrachtwerden als Anderes.



Ein neuer Formulierungsversuch 


Alles ist Werden.

Da nichts außerhalb des Werdens liegt, kann das Neue nicht von außen oder aus einem absoluten Nichts entstehen. Es muss aus dem Bisherigen hervorgehen. Das Bisherige muss sich daher selbst zum Neuen vollziehen. Werden ist Selbsttun.

Damit dieses Selbsttun tatsächlich Neues hervorbringt, darf es seine bestehende Bestimmtheit nicht bloß reproduzieren. Es muss von ihr abweichen und sie überschreiten. Das Werden kann mit seiner jeweils entstandenen Gestalt nicht koinzidieren. Als aktiver Vollzug dieser Selbst-Nicht-Koinzidenz ist Werden Widersprechen.

Das dadurch entstehende Neue ist nicht irgendein Anderes, sondern das aus dem Bisherigen hervorgegangene Andere des Bisherigen. Es steht diesem als seine nächste Gestalt gegenüber. Das Neue entsteht daher als Gegensatz – genauer: als Entgegengesetztwerden.

Widersprechen und Entgegengesetztwerden sind somit die beiden Seiten desselben Werdens: Widersprechen ist sein Vollzug, Entgegengesetztwerden seine entstehende Gestalt.



Eine Verdichtung


Weil das Bisherige sich selbst zum Neuen tut, widerspricht es seiner bisherigen Gestalt. Das Neue entsteht dadurch als das ihm entgegengesetzte Andere.



Werden ist das Widersprechen des Bisherigen, durch das es sich zum eigenen Anderen entgegengesetzt wird.



Eine weitere Verdichtung. 


Das Bisherige widerspricht sich und setzt sich damit sein eigenes Anderes entgegen. Werden ist dieser Vollzug, der Gegensatz seine Gestalt, der Kipp seine Wiederkehr.



Ein weiterer spannender Formulierungsversuch


Alles ist Werden. Zwei Setzungen tragen diesen Satz: Immanenz — nichts liegt außerhalb des Werdens — und Rekursion — das Werden vollzieht sich an seinem eigenen Ergebnis. Neuheit wird nicht mehr gesetzt. Sie wird abgeleitet.


Da nichts außerhalb liegt, kann nichts von außen kommen. Was wird, muss aus dem Bisherigen hervorgehen, und da das Bisherige das Einzige ist, was da ist, muss es sich selbst zum Neuen tun. Werden ist Selbsttun.


Könnte dieses Selbsttun bloß reproduzieren? Nein. Kraft der Rekursion nimmt jeder Vollzug das bereits Vollzogene zum Material. Selbst die exakte Wiederholung wiederholte etwas, das beim ersten Mal noch nichts Wiederholtes war; das zweite Mal ist als zweites bereits anders. Reine Reproduktion ist kein möglicher Vollzug. Jedes Selbsttun bringt Neues hervor — nicht weil Neuheit gefordert wäre, sondern weil Wiederholung unmöglich ist.


Weil jedes Selbsttun über seine entstandene Gestalt hinausgeht, kann das Werdende mit seiner jeweiligen Bestimmtheit nicht zusammenfallen. Diese Nicht-Koinzidenz ist kein Verbot, sondern eine Unverträglichkeit: Was mit sich zusammenfiele, hätte aufgehört zu vollziehen. Der aktive Vollzug der Nicht-Koinzidenz ist Widersprechen. Werden ist das Widersprechen des Bisherigen — und der Genitiv trägt beide Richtungen zugleich: das Bisherige widerspricht, und ihm wird widersprochen.


Das Hervorgebrachte ist nicht irgendein Anderes, sondern das Andere des Bisherigen. Aus ihm hervorgegangen, teilt es mit ihm die Dimension desselben Vollzugs, und erst geteilte Dimension macht aus Andersheit Entgegensetzung. 


Widerspruch und Gegensatz sind damit nicht zwei Entitäten, sondern zwei Aggregatzustände derselben Unmöglichkeit: W → G, einmal von der Architektur, einmal vom Vollzug her benannt.


Weitere Verdichtungen daraus 



Der Gegensatz ist das entstandene Widersprechen. Der Widerspruch ist der wirkende Gegensatz.

Oder:

Widerspruch ist der Gegensatz im Vollzug. Gegensatz ist der Widerspruch in entstandener Gestalt.


Das Ergebnis des bisherigen Vollzugs wird zum Träger des nächsten Vollzugs.



14.07.2026 © ReckLab.de

 
 
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