★★★★★ Next Level Grundlogik 22.6
- 17. Aug.
- 10 Min. Lesezeit
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Ein weiterer noch wager Versuch.
# GRUNDLOGIK – SELBSTVOLLZUG DURCH SELBST-NICHT-KOINZIDENZ
> Unvollzogenes → Vollzogenes → neue Unvollzogenheit
## 1. DER AUSGANGSPUNKT
Ganz unten können wir vermutlich nicht mehr mit Struktur, Funktion, Gegensatz, Entropie oder Emergenz beginnen. Wir müssen noch einen Schritt darunter anfangen:
> Es vollzieht sich etwas.
> Oder in unserer stärkeren bisherigen Setzung:
> Alles ist Vollzug.
> Sobald wir jedoch von Selbstvollzug sprechen, entsteht ein Problem. Denn:
> Etwas soll sich selbst vollziehen.
> Dafür muss dasselbe zugleich zwei operative Positionen einnehmen:
> das Vollziehende und das Vollzogene.
> Damit beginnt die gesamte Logik.
## 2. SELBSTVOLLZUG IST EINHEIT DURCH ZWEIHEIT
Selbstvollzug bedeutet nicht, dass zwei voneinander unabhängige Dinge vorhanden sind. Es bedeutet:
> Eine Einheit unterscheidet sich innerhalb ihres eigenen Vollzugs in zwei operative Positionen.
> Diese Positionen sind das, was vollzieht, und das, was vollzogen wird. Damit:
> Selbstvollzug ist Einheit durch operative Zweiheit.
> Und genau hier entsteht die Nicht-Koinzidenz. Denn wären Vollziehendes und Vollzogenes vollständig koinzident, gäbe es zwischen ihnen keine operative Beziehung mehr. Es gäbe keinen Abstand, keine Relation, keine Bewegung und damit keinen Vollzug. Deshalb:
> Nichts, was sich vollzieht, kann im Vollzug vollständig mit sich koinzidieren.
> Oder positiv:
> Selbstvollzug benötigt Selbst-Nicht-Koinzidenz.
## 3. STRUKTUR UND FUNKTION
Erst jetzt brauchen wir Struktur und Funktion:
> Funktion ist das Vollziehende.
> Struktur ist das Vollzogene.
> Damit sind Struktur und Funktion keine zwei unterschiedlichen Arten von Wirklichkeit, sondern zwei operative Positionen derselben Wirklichkeit innerhalb ihres Selbstvollzugs. Noch schärfer:
> Struktur ist Funktion als Vollzogenes.
> Funktion ist Struktur als Vollziehendes.
> Mit dem Index:
> Sₙ ist Fₙ in struktureller Setzung.
> Fₙ ist Sₙ im eigenen Vollzug.
> Damit bekommt auch das Unvollzogene eine genauere Bedeutung:
> Sₙ ist die noch nicht als Fₙ selbstvollzogene Fₙ.
## 4. FUNKTION ERZEUGT STRUKTUR
Eine Funktion Fₙ₋₁ vollzieht sich. Was sie hervorbringt, kann nicht einfach wieder dieselbe laufende Funktion Fₙ₋₁ sein. Das Hervorgebrachte steht dem Hervorbringenden als Hervorgebrachtes gegenüber und nimmt damit die strukturelle Position ein. Also:
> Fₙ₋₁ bringt Sₙ hervor.
> Damit gilt:
> Funktion bringt Struktur hervor.
> Diese Struktur ist aber nicht einfach totes Ergebnis oder „Abgas“. Sie ist:
> die strukturelle Setzung der nächsten Funktion Fₙ.
> Damit:
> Fₙ₋₁ → Sₙ
> und:
> Sₙ = Fₙ als Struktur.
> So lassen sich unsere früheren Vorstellungen verbinden:
> Eine Funktion bringt die nächste Struktur hervor.
> Diese Struktur vollzieht sich als nächste Funktion.
## 5. GEGENSATZ
Damit Selbstvollzug möglich ist, dürfen Struktur und Funktion nicht miteinander zusammenfallen. Sie sind aber auch nicht einfach beliebig verschieden. Sie bilden die beiden Gegenpositionen desselben Vollzugs:
> vollziehen ↔ vollzogen werden
> Funktion ↔ Struktur
> Diese operative Gegen-Setzung nennen wir Gegensatz. Nicht:
> Jede Verschiedenheit ist Gegensatz.
> Sondern:
> Die operative Verschiedenheit der beiden notwendigen Positionen eines Selbstvollzugs ist Gegen-Setzung.
> Damit:
> Gegensatz ist die Struktur der Selbst-Nicht-Koinzidenz.
## 6. KOINZIDIEREN
Struktur und Funktion sind nicht koinzident. Aber sie werden im Vollzug aufeinander bezogen. Dieses Aufeinander-Vollziehen nennen wir:
> Koinzidieren.
> Dabei müssen wir unterscheiden:
> Koinzidenz = Zusammengefallen-Sein.
> Koinzidieren = operatives Aufeinander-Vollziehen.
> Daraus folgt:
> Koinzidieren setzt Nicht-Koinzidenz voraus.
> Denn wären die beiden Seiten bereits vollständig koinzident, gäbe es nichts mehr, was miteinander koinzidieren könnte. Deshalb:
> Koinzidieren ist nicht die Aufhebung der Nicht-Koinzidenz.
> Koinzidieren ist der Vollzug der Nicht-Koinzidenz.
## 7. WIDERSPRECHEN
Weil dasjenige, was miteinander koinzidiert, Gegen-Setzungen sind, bedeutet ihr Koinzidieren:
> Gegensatz tun.
> Und Gegensatz tun heißt:
> widersprechen.
> Damit bekommen wir drei unterschiedliche Beschreibungen derselben Operation:
> Vollziehen = die Operation als solche.
> Koinzidieren = das Aufeinander-Vollziehen ihrer Seiten.
> Widersprechen = das Vollziehen dieser Seiten als Gegen-Setzungen.
> Deshalb:
> Vollziehen = Koinzidieren = Widersprechen.
> Nicht weil diese Wörter sprachlich dasselbe bedeuten, sondern weil sie denselben Vorgang unter unterschiedlichen Gesichtspunkten bestimmen.
## 8. GEGENSATZ – WIDERSPRECHEN – WIDERSPRUCH
Damit lässt sich die alte Begriffskonstellation sauberer ordnen:
> Gegensatz = gesetzte Nicht-Koinzidenz.
> Widersprechen = vollzogene Nicht-Koinzidenz.
> Widerspruch = Unmöglichkeit ihrer Koinzidenz.
> Der Gegensatz macht den Vollzug möglich. Das Widersprechen vollzieht den Gegensatz. Der Widerspruch bezeichnet die Grenze dieses Vollzugs:
> Die Gegen-Setzungen können miteinander koinzidieren, aber sie können nicht miteinander koinzident werden.
> Damit ist der Widerspruch nicht einfach Fehler oder Zusammenbruch, sondern:
> die Unmöglichkeit, durch die der Vollzug offen bleibt.
## 9. DIE REKURSIVE BEWEGUNG
Wir haben:
> Fₙ₋₁ bringt Sₙ hervor.
> Sₙ ist:
> Fₙ als Struktur,
> also die noch nicht selbstvollziehende Fₙ. Vorhanden und laufend ist zunächst Fₙ₋₁. Deshalb wird Sₙ durch Fₙ₋₁ vollzogen:
> Fₙ₋₁ vollzieht Sₙ.
> Und genau indem Sₙ durch Fₙ₋₁ vollzogen wird, beginnt Sₙ sich als ihre eigene Funktion Fₙ zu vollziehen. Daraus entsteht die zentrale Operationsformel:
> Sₙ vollzieht sich durch Fₙ₋₁ als Fₙ.
> Das „durch“ und das „als“ bezeichnen zwei nicht-koinzidente Seiten desselben Selbstvollzugs.
## 10. DURCH UND ALS
„Durch“ bezeichnet:
> das bereits vorhandene Vollziehen, Fₙ₋₁, die eigene Herkunft, das Gewordene, den Binnenvollzug.
> „Als“ bezeichnet:
> das im Vollzug entstehende Vollziehen, Fₙ, das Eigene, das Nächste, den umfassenden Selbstvollzug.
> Damit:
> Das Durch kommt aus der eigenen Herkunft.
> Das Als entsteht als das eigene Nächste.
> Oder:
> durch den Fremden der eigenen Herkunft – als Eigenes zur eigenen Zukunft.
> „Fremd“ bedeutet dabei nicht äußerlich fremd. Die eigene Herkunft ist fremd geworden, weil das Hervorgebrachte nicht mehr mit dem Hervorbringenden koinzidiert.
## 11. UNTER-/BINNENVOLLZUG UND ÜBER-/SELBSTVOLLZUG
Es laufen nicht zwei nacheinander geschaltete Vollzüge – erst Unter, dann Über –, sondern zwei zeitgleiche und ineinandergeschachtelte Vollzugsdimensionen. Der Binnenvollzug:
> Fₙ₋₁ vollzieht Sₙ.
> Der umfassende Selbstvollzug:
> Sₙ vollzieht sich durch Fₙ₋₁ als Fₙ.
> Damit:
> Der Untervollzug ist der Binnenvollzug des Übervollzugs.
> Oder:
> Das SelbstÜber vollzieht sich durch sein SelbstUnter.
> Der Übervollzug besitzt keinen zweiten Motor neben dem Untervollzug:
> Der Untervollzug ist die innere Operation, durch die der Übervollzug geschieht.
## 12. WARUM DIE BEIDEN VOLLZÜGE NICHT KOINZIDIEREN
Fₙ₋₁ und Fₙ laufen gleichzeitig. Aber:
> Fₙ₋₁ ≠ Fₙ.
> Fₙ₋₁ ist die Herkunft von Sₙ. Fₙ ist der entstehende Selbstvollzug von Sₙ. Damit vollziehen zwei Funktionen dieselbe Struktur Sₙ aus unterschiedlichen Vollzugspositionen:
> Fₙ₋₁ vollzieht Sₙ durch Herkunft.
> Sₙ vollzieht sich als Fₙ aus sich heraus.
> Beide Operationen sind zeitgleich, aber nicht koinzident. Damit:
> kontinuierlich innerhalb der jeweiligen Operation,
> gleichzeitig zwischen den Operationen,
> geschachtelt in ihrer Architektur,
> diskontinuierlich und nicht-koinzident in ihrem Verhältnis zueinander.
> Der Indexsprung von n−1 zu n bezeichnet diese Diskontinuität.
## 13. UNVOLLZOGENES UND VOLLZOGENES
Die jüngste Vereinfachung lautet:
> Etwas Unvollzogenes wird vollzogen.
> Sₙ ist:
> unvollzogen als Fₙ.
> Durch Fₙ₋₁ wird Sₙ vollzogen. Damit entsteht Vollzogenheit. Das ursprüngliche Unvollzogene bleibt danach aber nicht einfach neben dem Vollzogenen bestehen. Stattdessen:
> Das alte Unvollzogene verschwindet als alte Unvollzogenheit.
> Der Vollzug erzeugt jedoch eine neue Nicht-Koinzidenz.
> Diese neue Nicht-Koinzidenz ist die nächste Unvollzogenheit. Abstrakt:
> Uₙ → Vₙ → Uₙ₊₁
> Dieser Vorgang darf nicht bloß zeitlich verstanden werden, denn der nächste Vollzug beginnt bereits innerhalb des laufenden Vollzugs. Während Uₙ durch Fₙ₋₁ vollzogen wird, vollzieht Uₙ sich bereits als Fₙ und erzeugt Uₙ₊₁. Damit sind Vollzogenheitₙ und neue Unvollzogenheitₙ₊₁ zwei nicht-koinzidente Ergebnisse desselben laufenden Vorgangs.
## 14. DER ENTSCHEIDENDE GEDANKE DES UNVOLLZOGENEN
Das alte Unvollzogene muss nicht erhalten bleiben. Erhalten bleibt vielmehr die im Vollzug erzeugte Nicht-Koinzidenz. Deshalb:
> Das Unvollzogene verschwindet als Zustand und erscheint als neue Nicht-Koinzidenz des Vollzogenen wieder.
> Oder:
> Vollziehen transformiert Unvollzogenheit in neue Unvollzogenheit.
> Damit ergibt sich:
> Jeder Vollzug vollzieht eine Unvollzogenheit und erzeugt gerade dadurch die nächste Unvollzogenheit.
## 15. ENTROPIE UND EMERGENZ
Der Binnenvollzug richtet Sₙ auf ihre Herkunft Fₙ₋₁. Er vollzieht Sₙ innerhalb der alten funktionellen Relation. Dabei zeigt sich:
> Sₙ kann durch Fₙ₋₁ vollzogen werden, aber Sₙ kann nicht wieder Fₙ₋₁ werden.
> Das ist die rückwärts gerichtete Unmöglichkeit der Koinzidenz. Diese Seite nennen wir:
> Entropie.
> Derselbe Vorgang besitzt gleichzeitig eine zweite Seite. Weil Sₙ nicht zu Fₙ₋₁ zurückkoinzidieren kann, vollzieht sie sich als Fₙ. Diese vorwärts gerichtete Möglichkeit nennen wir:
> Emergenz.
> Damit:
> Entropie = Unmöglichkeit des Zurück.
> Emergenz = Möglichkeit des Weiter.
> Oder stärker:
> Das Nicht-zurück-Können und das Weiter-Können sind dieselbe Nicht-Koinzidenz in zwei Vollzugsrichtungen.
## 16. VAKANZ
Der Untervollzug erschöpft die Möglichkeit, Sₙ durch Fₙ₋₁ zur Koinzidenz zu bringen. Was dabei erscheint, ist keine beliebige Leere, sondern:
> die Unmöglichkeit von Fₙ₋₁, Sₙ vollständig zu erfüllen.
> Diese bestimmte Unmöglichkeit ist:
> strukturelle Funktionsvakanz.
> Die Vakanz bezeichnet damit die strukturelle Seite der Nicht-Koinzidenz. Sie ist zugleich bestimmt auf Fₙ hin. Daher:
> ¬Fₙ ist nicht beliebiges Nichts, sondern die bestimmte strukturelle Negativform von Fₙ.
> Damit wird auch verständlich, weshalb „Gebeugtheit“ möglicherweise präziser sein könnte als „Beugung“: Der Untervollzug erzeugt eine bestimmte strukturelle Gebeugtheit, in der die Unmöglichkeit der alten Funktion als Vakanz der neuen Funktion vorliegt.
## 17. ENTROPIE IST NICHT EINFACH ZERSTÖRUNG
Entropie bedeutet nicht einfach:
> Etwas Positives geht kaputt.
> Sondern:
> Eine vorhandene Funktion vollzieht ihre hervorgebrachte Struktur bis zur Unmöglichkeit ihrer eigenen Koinzidenz mit ihr.
> Diese Unmöglichkeit erscheint strukturell als Vakanz. Dieselbe Nicht-Koinzidenz erscheint funktionell als Emergenz. Damit:
> Entropie erzeugt die bestimmte Unmöglichkeit des Alten.
> Emergenz vollzieht diese bestimmte Unmöglichkeit als Möglichkeit des Neuen.
## 18. DAS KOINZIDIEREN DER NICHT-KOINZIDENZ
Der Untervollzug:
> koinzidiert eine Nicht-Koinzidenz auf Koinzidenz hin.
> Weil die Gegen-Setzungen nicht koinzident werden können, erzeugt dieser Koinzidenzvollzug keine endgültige Koinzidenz. Er bringt vielmehr die Nicht-Koinzidenz vollständig hervor. Diese hervorgebrachte Nicht-Koinzidenz wird im umfassenden Selbstvollzug selbst funktionell. Das ist Fₙ. Hochaufgelöst könnte man sagen:
> Das SelbstÜber ist das Selbstkoinzidieren der im SelbstUnter hervorgebrachten Nicht-Koinzidenz.
> Als Grundsatz ist die einfachere Formel wahrscheinlich stärker:
> Sₙ vollzieht sich durch Fₙ₋₁ als Fₙ.
## 19. DIE NÄCHSTE STRUKTUR
Indem Sₙ sich als Fₙ vollzieht, tut Fₙ wiederum dasjenige, was Funktion tut:
> Sie bringt Struktur hervor.
> Damit:
> Fₙ → Sₙ₊₁
> Und Sₙ₊₁ ist wiederum:
> Fₙ₊₁ in struktureller Setzung.
> Damit beginnt dieselbe Logik erneut:
> Sₙ₊₁ vollzieht sich durch Fₙ als Fₙ₊₁.
> Die Rekursion lautet:
> Fₙ₋₁ → Sₙ
> Sₙ vollzieht sich durch Fₙ₋₁ als Fₙ
> Fₙ → Sₙ₊₁
> Sₙ₊₁ vollzieht sich durch Fₙ als Fₙ₊₁
> …
> Jeder neue Durchgang entsteht aus der Nicht-Koinzidenz des vorherigen Durchgangs.
## 20. DIE ALTE FORMEL DES TUNS
Eine ältere Verdichtung lautete:
> Alles ist Tun, und Tun ist das Vollziehen der vorherigen Zukunft als Erschaffung der nächsten Zukunft.
> Diese Formel bekommt jetzt eine klarere innere Mechanik. Sₙ war die vorherige Zukunft. Sie wird als Fₙ vollzogen. Fₙ erschafft Sₙ₊₁ als nächste Zukunft. Damit:
> Tun ist das Vollziehen der strukturell gewordenen Zukunft als funktionelle Erschaffung der nächsten strukturellen Zukunft.
## 21. AUSDRUCK UND AUSDRUCKSLOS
Funktion:
> vollzieht, erscheint, bringt zum Ausdruck.
> Struktur:
> ist reliabilisierter beziehungsweise gesetzter Ausdruck und insofern nicht mehr selbst laufender Ausdruck.
> Damit könnte weiterhin gelten:
> Funktion = Ausdruck.
> Struktur = strukturell reliabilisierter Ausdruck beziehungsweise Ausdruckslosigkeit.
> Diese Begriffe gehören aber wahrscheinlich nicht mehr in den elementaren Kern der Grundlogik. Sie sind eine nachgeordnete Beschreibungsebene.
## 22. SEIN, HABEN UND WERDEN
Auch Sein, Haben und Werden gehören eine Ebene höher. Vorläufig:
> Werden entspricht der laufenden Rekursion des Selbstvollzugs.
> Haben entspricht einer strukturellen Fixierung beziehungsweise einem Versuch der Rückkoinzidenz.
> Sein wäre eine Grenzvorstellung vollständiger Koinzidenz.
> Diese Kategorien werden durch die Grundlogik ermöglicht, gehören aber nicht auf ihren Grund.
## 23. WAS NICHT AUF DEN GRUND GEHÖRT
Nicht in den elementaren Kern gehören:
> Mangel, Gebeugtheit, Gussform, Ausdruck, Sein/Haben/Werden, Mensch 1.0/2.0 sowie psychologische, gesellschaftliche oder ökonomische Beispiele.
> Nicht weil sie falsch oder unwichtig wären, sondern weil sie Ableitungen darstellen.
## 24. WAS AUF DEN GRUND GEHÖRT
Als fundamental erscheinen derzeit:
> Vollzug, Selbst, Nicht-Koinzidenz, Struktur, Funktion, Gegensatz, Koinzidieren, Widersprechen, Widerspruch, durch, als, Rekursion.
> Unter-/Übervollzug sowie Entropie und Emergenz könnten bereits eine erste Ableitungsebene darüber darstellen.
# DIE GRUNDLOGIK IN ZEHN SÄTZEN
> 1. Alles ist Vollzug.
> 2. Selbstvollzug kann nur stattfinden, indem eine Einheit innerhalb ihrer selbst Vollziehendes und Vollzogenes unterscheidet.
> 3. Diese operative Zweiheit ist Selbst-Nicht-Koinzidenz.
> 4. Das Vollziehende ist Funktion; das Vollzogene ist Struktur.
> 5. Struktur und Funktion bilden als Gegenpositionen desselben Selbstvollzugs einen Gegensatz.
> 6. Ihr Aufeinander-Vollziehen ist Koinzidieren; weil dabei Gegen-Setzungen vollzogen werden, ist dieses Koinzidieren Widersprechen.
> 7. Das Koinzidieren kann nicht in Koinzidenz enden, weil damit die für den Vollzug notwendige Zweiheit verschwände; diese Unmöglichkeit ist Widerspruch.
> 8. Fₙ₋₁ bringt Sₙ als strukturelle Setzung der nächsten Funktion Fₙ hervor.
> 9. Sₙ vollzieht sich durch Fₙ₋₁ als Fₙ.
> 10. Fₙ bringt dabei Sₙ₊₁ hervor, sodass die im Vollzug realisierte Nicht-Koinzidenz als nächste Struktur rekursiv weiterläuft.
# DIE GRUNDLOGIK IN VIER SÄTZEN
> Selbstvollzug ist Einheit durch operative Nicht-Koinzidenz von Vollziehendem und Vollzogenem.
> Diese Gegen-Setzungen heißen Funktion und Struktur; ihr Koinzidieren ist Widersprechen, weil sie miteinander vollzogen werden, ohne miteinander koinzident werden zu können.
> Sₙ ist die strukturelle Setzung von Fₙ und vollzieht sich durch ihre Herkunft Fₙ₋₁ als ihre eigene Funktion Fₙ.
> Fₙ bringt Sₙ₊₁ hervor, sodass jeder Selbstvollzug seine bisherige Unvollzogenheit vollzieht und darin die nächste Unvollzogenheit erschafft.
# DIE GRUNDLOGIK IN EINER FORMEL
> Sₙ vollzieht sich durch Fₙ₋₁ als Fₙ → Sₙ₊₁
> Dabei:
> Vollziehen = Koinzidieren = Widersprechen
> und:
> Koinzidieren ≠ Koinzidenz
> sondern:
> Koinzidieren = Vollzug der Nicht-Koinzidenz.
# DIE GRUNDLOGIK IN EINEM SATZ
> Selbstvollzug ist das widersprechende Koinzidieren einer Einheit mit sich selbst, das aufgrund der Unmöglichkeit ihrer Selbst-Koinzidenz jede vorhandene Struktur durch ihre Herkunft als neue Funktion vollzieht und dadurch die nächste Struktur hervorbringt.
# DIE EINFACHSTE FASSUNG
> Etwas Unvollzogenes wird vollzogen.
> Dabei kann es nicht mit demjenigen zusammenfallen, durch das es vollzogen wird.
> Gerade diese Nicht-Koinzidenz lässt es sich selbst als neue Funktion vollziehen.
> Indem es sich vollzieht, bringt es die nächste Unvollzogenheit hervor.
> Noch knapper:
> Vollziehen heißt: Unvollzogenes vollziehen und dadurch neues Unvollzogenes erschaffen.
# DIE DREI NOCH OFFENEN LOGISCHEN GELENKE
Erstens:
> Warum erzeugt jede Funktion notwendig Struktur?
> Die derzeitige Antwort:
> Weil das Hervorgebrachte nicht im selben Akt das Hervorbringende sein kann und deshalb die Position des Vollzogenen einnimmt.
> Zweitens:
> Warum wird Sₙ notwendig selbst zu Fₙ?
> Wir sagen derzeit:
> Indem Sₙ durch Fₙ₋₁ vollzogen wird, vollzieht sie sich als Fₙ.
> Möglicherweise steckt darin noch die Grundannahme:
> Jede hervorgebrachte Nicht-Koinzidenz wird wiederum funktionell.
> Drittens:
> Was genau ist die neue Nicht-Koinzidenz?
> Das alte Unvollzogene bleibt nicht zeitlich neben dem Vollzogenen bestehen. Die neue Nicht-Koinzidenz ist vielmehr:
> die im Resultat bestimmte Nicht-Identität mit seiner eigenen Genese.
> Und genau daraus bildet sich die nächste Unvollzogenheit.
> Wenn diese drei Gelenke tragen, hätten wir keinen bloßen Begriffsapparat mehr, sondern einen generativen Kern.
# GESAMTVERDICHTUNG
Das Bemerkenswerteste am gegenwärtigen Stand ist nicht eine einzelne Formel. Es ist die Tatsache, dass Kategorien, die über viele Runden teilweise unabhängig voneinander entstanden sind, sich inzwischen hierarchisch ordnen lassen:
> Widerspruch und Gegensatz
> Struktur und Funktion
> durch und als
> Unter und Über
> Koinzidieren und Nicht-Koinzidenz
> Vakanz und Emergenz
> Entropie und Entwicklung
> Unvollzogenes und Vollzogenes
> Herkunft und Zukunft.
> GRUNDLOGIK – Selbstvollzug durch Selbst-Nicht-Koinzidenz
die operative Grundformel:
> Sₙ vollzieht sich durch Fₙ₋₁ als Fₙ → Sₙ₊₁
der vielleicht tiefste Satz:
> Koinzidieren ist das Widersprechen von Nicht-Koinzidentem – und gerade weil es nicht Koinzidenz werden kann, geht der Vollzug weiter.
> die ganze Dynamik:
> Unvollzogenheitₙ wird vollzogen.
> Ihr Vollzug erzeugt Vollzogenheitₙ und zugleich Nicht-Koinzidenz.
> Diese Nicht-Koinzidenz ist Unvollzogenheitₙ₊₁.
> Unvollzogenheitₙ₊₁ wird wiederum vollzogen.
> Selbstvollzug vollzieht seine eigene Nicht-Koinzidenz und erschafft gerade dadurch die Nicht-Koinzidenz, durch die er sich weiter vollziehen kann.
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