top of page

Zurück zur Übersicht mit dem Zurück des Browsers

★★★★ Steile These: Ökonomie 2.0 durch generative Kl geht der Wandlung des Menschen 1.0 zum Menschen 2.0 voraus.

27. Juni
4 Min. Lesezeit

Steile These: Ökonomie 2.0 durch generative Kl geht der Wandlung des Menschen 1.0 zum Menschen 2.0 voraus.


Monetäre Wertschöpfung und generative KI


Die bisherige Vorstellung scheint klar: Die größte monetäre Wertschöpfung im Kontext generativer KI liegt in der Erstellung und Verkaufsbereitstellung generativer KI selbst beziehungsweise in der Entwicklung von Applikationsprodukten auf Basis generativer KI.

Wir denken jedoch, dass die mit Abstand größte monetäre Wertschöpfung woanders geschieht: nämlich darin, dass Mitarbeiter generative KI in ihrem Arbeitsprozess verwenden und durch diese Verwendung ein ganz anderes Level an Wertschöpfung generieren. Genau das ist monetär wahrscheinlich der mit großem Abstand größte Impact generativer KI.

In den 2000er Jahren gab es die Idee der kreativen Ökonomie: also die Vorstellung, dass jeder Arbeitnehmer selbst kreativer, schöpferischer Unternehmer, also Entrepreneur, ist und dadurch ein ganz anderes Level an Wertschöpfung generieren kann. Das Potential wurde gesehen, aber letztlich blieb es bei einer Vorstellung.

Ich bin mir noch nicht sicher, aber es könnte sein, dass generative KI nun genau den Kontext schafft, in dem jeder Mitarbeiter, jeder Angestellte, jeder Arbeitnehmer und auch jeder Chef permanent gezwungen ist, seinen Arbeitsprozess und sein Produkt zu entwickeln. Wir kommen in einen Bereich, in dem Produkterschaffen und immerwährendes Produktentwickeln eins werden: ein permanentes Entwickeln. 

Das wäre dann keine Idealvorstellung mehr. Der einzelne Mitarbeiter wird durch den Wettbewerbsdruck mit dem Mitarbeiter neben ihm gezwungen sein, so zu arbeiten. Der einzelne Vorgesetzte wird erwarten, dass das so ist, oder der Markt wird es erwarten — und zwar aus Wettbewerb.

Das bedeutet: Generative KI ist wahrscheinlich das Medium, das die Gesellschaft zwingt, permanent zu entwickeln. Sie ist vielleicht das Tool, das die Gesellschaft zwingt, vom Produzieren zum permanenten Entwickeln überzugehen.

Was das ökonomisch und gesellschaftlich für Auswirkungen hat, weiß ich noch nicht. Ich denke aber, dass das kein schöner Friede-Freude-Eierkuchen wird, sondern im Gegenteil eine wahnsinnig stressige und druckvolle Transformationsphase.



Logisch gesagt zwingt generative KI uns wahrscheinlich dazu, Arbeit nicht mehr so zu verstehen, dass ein Produkt entwickelt und anschließend in einem Prozess reproduziert wird.


Stattdessen entsteht nur noch ein permanenter Entwicklungsprozess, in dem das jeweils aktuelle Produkt lediglich der jeweilige Entwicklungsstand dieses Prozesses ist.


Das Produkt ist dann nicht mehr das fertige Ergebnis eines abgeschlossenen Entwicklungsprozesses, sondern der sichtbare Ausdruck eines sich weiter vollziehenden Entwicklungsprozesses.


Damit entspricht die wahrscheinlich kommende Arbeitswelt der selbstrekursiven Logik von allem: Jede erreichte Struktur wird nicht endgültig fixiert, sondern zum Träger der nächsten Funktion. Das Produkt wird zur Struktur, an der sich der Prozess weiterentwickelt.


In der Ökonomie 1.0 wird entwickelt, um zu produzieren; 

in der Ökonomie 2.0 wird produziert, um zu entwickeln. 

Der Zweck und seine Unterfunktion tauschen den Platz: Produzieren, bisher der Übervollzug, sinkt zum Untervollzug des Entwickelns.




Zentrale These


Bevor sich der Mensch 1.0 zum Menschen 2.0 wandelt, erschafft er wahrscheinlich eine Ökonomie 2.0.


Das bedeutet: Die Ökonomie 2.0 geht der Wandlung des Menschen zum Menschen 2.0 voraus. Sie ist nicht einfach das Ergebnis eines bereits vollzogenen Menschen 2.0, sondern die Gussform, in der der Mensch 1.0 gezwungen wird, sich zum Menschen 2.0 zu entwickeln.


Das passt zu der Intuition, dass die Entwicklung des Menschen 2.0 über Ökonomie geschieht. Neu ist dabei die Präzisierung: Nicht der Mensch 2.0 erschafft zuerst bewusst eine neue Ökonomie, sondern die Ökonomie 2.0 entsteht als entropischer Vorlauf seiner eigenen Wandlung.


Generative KI könnte dabei das Medium sein, durch das diese Ökonomie 2.0 entsteht. Sie verwandelt Arbeit von reproduzierender Produktion in permanenten Entwicklungsprozess. Dadurch wird jedes Produkt nur noch zum aktuellen Entwicklungsstand eines weiterlaufenden Prozesses.


Ökonomie 2.0 wäre damit die Entropie, die Vakanz, die Gussform: Sie zwingt den Menschen 1.0, das zu werden, was er aus sich selbst heraus noch nicht ist — Mensch 2.0.




Nochmals konkret: 


Bisher war die Logik ungefähr:

Mensch 2.0 erschafft Firma/Ökonomie 2.0.

Mensch 1.0 tritt dort ein.

Durch Teilhabe an dieser Firma/Ökonomie 2.0 wird er selbst zu Mensch 2.0.


Die neue Logik ist:

Mensch 1.0 wird durch generative KI und Wettbewerbsdruck in eine Ökonomie 2.0 hineingezwungen.

Diese Ökonomie 2.0 ist zunächst Entropie, Mangel, Vakanz.

Aus dieser Vakanz kann Mensch 2.0 entstehen.


Was das für unser Angebot bedeuten könnte? 

Wir bauen nicht die 2.0-Ökonomie, in die andere eintreten.

Sondern:

Wir helfen, die bereits entstehende Ökonomie 2.0 als Entropie, Mangel und Vakanz zu erkennen, auszuhalten, zu verwenden und funktionell zum Menschen 2.0 zu übervollziehen.


Nicht mehr so:

Mensch 2.0 → Ökonomie 2.0 → Mensch 1.0 wird 2.0

Sondern so:

Mensch 1.0 → generative KI / Wettbewerbsdruck → Ökonomie 2.0 als Entropie/Vakanz → ReckLab-Angebot → Mensch 2.0


Ökonomie 2.0 = Entropie / Mangel / Vakanz.

ReckLab-Angebot = ÜberVollzug dieser Vakanz.

Mensch 2.0 = emergierende Funktion aus diesem ÜberVollzug.



Sammlung dazu:



Generative KI verwandelt Arbeit von reproduzierender Produktion in erzwungene permanente Produktentwicklung — und macht damit Entwicklung selbst zur neuen Form der Arbeit.


Oder noch schärfer:

Der größte ökonomische Impact generativer KI liegt nicht darin, dass KI neue Produkte erzeugt, sondern darin, dass sie jeden Arbeitsprozess in einen permanenten Produktentwicklungsprozess verwandelt.



Die Ökonomie 2.0 sagt dem Menschen 1.0 nicht:

Bitte entwickle dich.

Sondern:

Deine bisherige Art zu arbeiten, zu produzieren, zu denken und dich abzusichern funktioniert nicht mehr.



Ökonomie 2.0 ist die entropische Gussform, in der der Mensch 1.0 zum Menschen 2.0 gezwungen wird.


Ökonomie ist nicht nur ein gesellschaftlicher Bereich. Ökonomie ist das Transformationsorgan der Evolution.



26.06.2026 © ReckLab.de

 
 
bottom of page