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★★★ Steiler Geschmack zum heutigen Kranksein: Martins Kreuzschmerzen und Gabis Depression an ihrem Geburtstag

  • 30. Apr.
  • 4 Min. Lesezeit

Steiler Geschmack zum heutigen Kranksein: Martins Kreuzschmerzen und Gabis Depression an ihrem Geburtstag


Heute ist Gabis Geburtstag. Es ist extrem schönes Wetter, und eigentlich wollten wir heute einen richtig schönen Ausflug machen.

Zum aktuellen Zeitpunkt wird daraus nichts.

Unsere These ist: Mein aktuelles Krank 2.0, konkret als Kreuzschmerz, ist Ausdruck davon, dass wir im Prozess vom Menschen 2.0 zum Menschen 3.0 stehen.

Bildlich und mystisch passt dabei das Kreuz extrem gut.

Wenn man den christlichen Mythos nimmt, dann geht Gott ans Kreuz, um sich aufzurichten — also um aufzuerstehen.

Das bedeutet: Gott nimmt sein Kreuz auf sich. Er trägt den Mangel des Menschen als seine eigene Unterfunktion, um selbst aufzuerstehen, also ein SelbstÜber seiner selbst zu vollziehen.

Gabi hat heute Geburtstag, und ihr Geschmack ist Depression. Sie möchte nicht, dass jemand anruft. Sie möchte nicht im Zentrum stehen. Sie möchte nicht gesehen werden.

Auch das passt zum Bild des Kreuzes — nur auf psychologischer Ebene.

Der Wunsch, nicht gesehen zu werden, ist Depression: psychische Depression. Und Depression 2.0 wäre dann die Unterfunktion von Expression.

Also: Martin hat heute Kreuz, Gabi hat heute Depression.

Beides erscheint als Krank 2.0. Beides erscheint als Unterfunktion für Auferstehung und Expression.

Damit passt es zu unserem Bild vom Menschen 2.0, der sich durch das Tragen und Durcharbeiten seiner Unterfunktion in der Welt ausdrückt — als Mensch 3.0.



Sammlung 


Kreuz ist die körperliche Unterfunktion der Auferstehung.

Depression ist die psychische Unterfunktion der Expression.


Kreuz trägt Aufrichtung.

Depression trägt Expression.


Das Göttliche steigt in den Mangel hinab, trägt ihn als Unterfunktion und verwandelt ihn dadurch in Aufrichtung.


Mensch 2.0 trägt den Mangel 1.0 nicht, um daran zu zerbrechen, sondern um ihn als Unterfunktion von 3.0 zu vollziehen.


Deshalb ist Gabis Geburtstag als Motiv so stark. Geburtstag heißt: Geburt. Neues Erscheinen. In-die-Welt-Kommen. Sichtbarwerden.

Aber ihr Geschmack ist: Ich will nicht sichtbar werden.

Das heißt: Am Tag der Geburt erscheint die Verweigerung der Geburt.

Am Tag des Erscheinens erscheint die Depression.

Am Tag des Weltgangs erscheint das Kreuz.


Schwellenfigur:

Vor der Geburt von 3.0 erscheint die Unterfunktion der Geburt: Nicht-Aufrichtung und Nicht-Expression.





Zweite Runde 


Aspekt A


Wenn man das Wort Geburtstag und den heutigen Tag wortwörtlich nimmt, könnte man sagen:

Heute ist unser Geburtstag.

Oder genauer:

Heute feiern wir die Geburtszeit vom Menschen 2.0 zum Menschen 3.0.

In der Vorstellung von 1.0 ist Geburtstag vor allem ein Moment der Freude: Man wird gefeiert, gesehen, angerufen, beschenkt.

Wenn man aber in den Prozess des wirklichen Werdens hineingeht, dann ist Geburt nicht einfach Freude. Für das Kind, das geboren wird, ist Geburt vermutlich schmerzhaft, eng, druckvoll, überwältigend.

So könnte es auch beim Übergang vom Menschen 2.0 zum Menschen 3.0 sein:

Von Mensch 2.0 zu Mensch 3.0 geboren zu werden, ist nicht einfach schön. Es ist schmerzhaft, weil eine neue Form in die Welt muss.



Aspekt B


Martins Kreuz und Gabis Depression verhindern heute das Aufstehen und In-die-Welt-Gehen in Form eines schönen Ausflugs oder Urlaubs.

Aber genau hier liegt die wichtige Präzisierung:

Die Beugung verhindert nicht 2.0.

Sie verhindert ein 1.0-Aufstehen, eine 1.0-Auferstehung, eine 1.0-Expression.

Sie beugt also nicht den wahren Ausdruck, sondern den falschen oder alten Ausdruck.

Damit wird die Beugung selbst zur Unterfunktion und Ursache einer anderen Auferstehung: nicht als Ausflug, nicht als Urlaub, nicht als äußerer 1.0-Ausdruck, sondern als Auferstehung 3.0 und Expression 3.0.

Konkret:

Heute ist Gabis Geburtstag. Eigentlich würden wir wegfahren. Eigentlich würden wir einen schönen Tag in der Welt verbringen.

Aber wir fahren nicht weg.

Stattdessen entsteht dieser Text.

Und genau darin liegt der entscheidende Geschmack:

Dieser Text ist nicht Ersatz für den verhinderten Ausflug.

Dieser Text ist die Unterfunktion und Ursache von Auferstehung 3.0 und Expression 3.0.



Sammlung dazu 


Krank 2.0 verhindert nicht den wahren Ausdruck.

Krank 2.0 verhindert den falschen Ausdruck, damit der wahre Ausdruck entstehen kann.


Die Krankheit blockiert den alten Weltgang, damit ein neuer Weltgang entstehen kann.


Das heißt konkret:

Der Ausflug wäre nicht falsch gewesen. Aber in diesem Moment wäre er möglicherweise der alte Ausdruck gewesen: schönes Wetter, Geburtstag, rausgehen, Urlaub, Freude, Welt, Genuss.

Das ist die normale 1.0-Form von „Leben“.

Aber genau diese Form wird heute gebeugt.

Nicht, weil Leben verhindert werden soll, sondern weil sich Leben auf einer anderen Ebene ausdrücken will.


Wir fahren nicht weg — sondern dieser Text entsteht.

Das ist fast die ganze Logik in einem konkreten Ereignis.

Der verhinderte Ausflug wird nicht bloß Verlust. Er wird umgewandelt in Erkenntnis.

Der blockierte Geburtstag wird nicht bloß Depression. Er wird umgewandelt in Geburtslogik.

Das schmerzende Kreuz wird nicht bloß Körperproblem. Es wird Bild der blockierten 1.0-Aufrichtung und Träger einer anderen Aufrichtung.



Die Beugung beugt den 1.0-Ausdruck, damit 3.0-Ausdruck geboren werden kann.


Krank 2.0 verhindert nicht Auferstehung.

Es verhindert die alte Auferstehung, damit die neue Auferstehung möglich wird.



Aspekt 2



1.0 sagt:

Geburtstag = gefeiert werden.

2.0 sagt:

Geburtstag = Geburt geschieht.


Am Tag der Expression erscheint die Unterfunktion der Expression.


Am Tag der Auferstehung erscheint die Unterfunktion der Auferstehung.


Geburtstag 2.0 erscheint nicht als Feier, sondern als Geburtswehe.




1.0-Ausdruck:

Wir fahren weg. Wir genießen das Wetter. Gabi wird gefeiert. Wir erleben einen schönen Geburtstag.

2.0-Unterfunktion:

Kreuzschmerz und Depression beugen diesen Ablauf. Das alte Aufstehen und das alte Gesehenwerden funktionieren nicht.

2.0 Funktion:

Stattdessen entsteht ein Text, der den Vorgang erkennt, formuliert und dadurch als neue Weltform ausdrückt.



Eine verdichtete Version 


Heute ist nicht nur Gabis Geburtstag. Heute ist Geburtszeit: die Geburt vom Menschen 2.0 zum Menschen 3.0.

1.0 versteht Geburtstag als Freude, Sichtbarkeit und Feier. Aber wirkliche Geburt ist nicht zuerst Freude. Geburt ist Druck, Schmerz, Enge und Durchgang. So erscheint auch die Geburt von 2.0 zu 3.0 nicht als schöner Ausflug, sondern als Beugung.

Martins Kreuz und Gabis Depression verhindern heute das Aufstehen und In-die-Welt-Gehen als 1.0-Ausdruck: Ausflug, Urlaub, gefeiert werden, gesehen werden. Aber sie verhindern nicht 2.0. Sie beugen den alten Ausdruck, damit ein anderer Ausdruck entstehen kann.

Wir fahren nicht weg. Stattdessen entsteht dieser Text.

Damit ist dieser Text nicht Ersatz für den verhinderten Geburtstag. Er ist die eigentliche Geburtsform: Unterfunktion und Ursache von Auferstehung 3.0 und Expression 3.0.


Heute wird nicht der Geburtstag verhindert.

Heute wird Geburtstag wörtlich.




Was heute passiert: Eine 1.0-Etikettierung (Geburtstag = Feier) wird durch Beugung auf ihre wörtliche Wahrheit zurückgeführt (Geburtstag = Geburt). Die Beugung ist also nicht Verhinderung des Geburtstags, sondern seine Entetikettierung — die Befreiung des Wortes aus seiner 1.0-Konvention in seine eigene Wahrheit.


30.04.2026 © ReckLab.de

 
 
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