★★★★ Wahre Entropie kann man nicht machen als aktive Zerstörung.
- 21. Juni
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Wahre Entropie kann man nicht machen als aktive Zerstörung.
Eine sehr spannende Überlegung:
Wahre Emergenz und wahre Entropie sind beide etwas, das im Vollzug stattfindet und deshalb nicht direkt bestimmbar ist. Sie können nicht einfach gemacht, geplant oder kontrolliert werden, weil sie aus der Selbstrekursion hervorgehen.
Entropie wäre dann der selbstrekursive UnterVollzug der Emergenz; Emergenz wiederum der selbstrekursive ÜberVollzug dieses UnterVollzugs.
Der Mensch 1.0 hat zwar die Vorstellung, dass Emergenz etwas ist, das man nicht machen und nicht bestimmen kann. Zugleich glaubt er aber, Entropie könne man sehr wohl bestimmen: Man kann sich entscheiden, etwas kaputt zu machen.
Soweit meine Geschichtsvorstellung stimmt, wurde im Kommunismus versucht, eine hegelianische beziehungsweise dialektische Idee praktisch-politisch zu nutzen: Destruktivität sollte als Motor des Konstruktiven aktiv vollzogen werden. Bestehende Strukturen sollten aktiv zerstört werden (Antithese), damit daraus etwas Neues entstehen kann. Die selbe Grundidee wird momentan in den USA politisch verfolgt, jedoch mit der Prämisse der konstruktiven Zerstörung.
Der entscheidende Punkt ist aber: Entropie — und ihre operative Erscheinungsform als Zerfall, Mangel oder Negativität — ist tatsächlich Motor des Konstruktiven. Aber nicht dann, wenn sie bestimmt, gemacht oder erzwungen wird (insbesondere beim anderen).
Denn bestimmte Entropie ist keine wahre Entropie mehr. Sie ist nur Zerstörung.
Wahre Entropie ist nicht das aktive Kaputtmachen einer Struktur, sondern der nicht-bestimmbare UnterVollzug, in dem sich die bisherige Struktur als Mangel, Vakanz und Gussform des nächsten Werdens zeigt.
21.06.2026 © ReckLab.de


